Wie der Konsens-Score entsteht
Der Konsens-Score von Buchkritik.at ist eine einzige Zahl zwischen 0 und 10 pro Buch — aggregiert aus mehreren öffentlich zugänglichen Bewertungsquellen, normiert, Bayesian-geglättet und nach statistischer Belastbarkeit gewichtet.
Die Quellen
Aktuell fließen sieben Quellen in die Berechnung ein:
- Goodreads Skala 0–5 · Gewicht 0.20
- Amazon Deutschland Skala 0–5 · Gewicht 0.15
- Amazon Österreich Skala 0–5 · Gewicht 0.10
- Perlentaucher Skala 0–10 · Gewicht 0.20
- Literaturhaus Wien Skala 0–10 · Gewicht 0.10
- Hugendubel Skala 0–5 · Gewicht 0.10
- Thalia Skala 0–5 · Gewicht 0.15
Schritt 1 — Normierung
Alle Rohwerte werden auf die Skala 0–10 gebracht. Eine 4,5/5 wird zu 9,0; eine 8,4/10 bleibt 8,4. Damit sind Amazon-Sterne und Perlentaucher-Aggregate vergleichbar.
Schritt 2 — Bayesian-Glättung
Eine einzelne 5-Sterne-Bewertung auf Goodreads ist nicht so belastbar wie 800 Bewertungen mit Durchschnitt 4,3. Um das abzubilden, wird jede Quelle in Richtung eines Prior-Mittelwerts von 7,5 gezogen — mit einem Pseudo-Count von 10:
posterior = (n × normiert + 10 × 7,5) / (n + 10)
Bei vielen Bewertungen (n >> 10) entspricht das Ergebnis praktisch dem Roh-Mittel. Bei wenigen Bewertungen wird der Wert konservativ in Richtung Skalenmittel gezogen — kleine Stichproben können den Score nicht dominieren.
Schritt 3 — Gewichtung
Jede Quelle bringt eine konfigurierte Basis-Gewichtung mit — Goodreads etwa 0,20, weil sie das breiteste Lesermilieu abbildet; Perlentaucher 0,20, weil sie die qualitative Kritik bündelt. Diese Basisgewichtung wird mit dem Logarithmus der Bewertungsanzahl multipliziert:
effektives Gewicht = Basis-Gewicht × log(1 + n)
Eine Quelle mit 8.000 Bewertungen wiegt damit etwa dreimal so stark wie eine mit 80.
Schritt 4 — Polarisations-Index
Parallel zum Score wird die Standardabweichung der normierten Quellenwerte berechnet — wie weit sind sich die Quellen einig? Werte unter 0,5 erscheinen als „Einig“, zwischen 0,5 und 1,2 als „Geteilt“, darüber als „Sehr geteilt“. Polarisations-Index und Konsens-Score werden gemeinsam angezeigt; sie sind komplementäre Informationen.
Was der Score nicht ist
- Keine literarische Geschmacksbewertung. Der Score reproduziert, was die aggregierten Quellen sagen — die Beurteilung des Buchs bleibt jedem Leser selbst überlassen.
- Keine Kaufempfehlung. Ein hoher Konsens-Score zeigt eine einhellig wohlwollende Rezeption an; ob das Buch zu einem bestimmten Leser passt, ist eine andere Frage.
- Keine Echtzeit-Metrik. Die Aktualisierung erfolgt im Wochenrhythmus; neue Bücher brauchen einige Wochen, bis die Quellenbasis belastbar wird.
Stand
Die hier vorgelegte Datenbasis ist im Frühjahr 2026 erstellt. Die zugrunde liegenden Rating-Daten werden im Lauf des Jahres laufend gegen die Quellen abgeglichen.