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Bruno Hopp hat Linux fest im Griff

Linus Torvalds, der Erfinder des Betriebssystems Linux

GNOME - eine graphische Oberfläche für Linux

KDE - eine andere, graphische Oberfläche
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Meine ersten Erfahrungen mit dem Pinguin
gehen bis auf die inzwischen legendäre Debian 1.3.1 "Bo"
zurück - da war ich als Student auf der Suche nach einer
Möglichkeit, ein wirklich vertracktes Statistik-Problem
auf eigene Faust durchrechnen zu können. Ein leistungstarker
Fortran-Compiler war das Ziel meiner Wünsche -nur kosten
durfte er nichts... So sind halt die Studenten. Wenn ich
mich wieder mal ins Uni-Rechenzentrum verirrte, murmelten
oft genug langhaarige Gurus von "Unix" und einem sagenhaften,
frei erhältlichen "Linux" - für mich erste Hinweise.
Mein erster Rechner ist ein i386er: ich hatte
schon gehört von unglaublichen Rechnern, auf denen mehrere
Nutzer zeitgleich verschiedene Dinge machen konnten. Internet:
das gab es (fast) nur in abgesicherten Rechenzentren von
Universitäten und Großfirmen. (oder im Kino...) Naja...
Als Sozialwissenschaftler bin ich nicht vorbereitet,
als ich zur Jahresmitte 1997 eine Debian 1.3.1 in Händen
halte.Eine Zeit der Experimente. Immerhin: Debian ist
preiswert und freie Software. Man ist doch nicht blöd...
Ich spüre, dass sehr viel mehr Information nötig ist -
freundliche Kontakte zum Uni-Rechenzentrum, zu hilfsbereiten
und gut informierten Freunden bringen mich weiter. Inzwischen
von einem Forschungsinstitut der Max-Planck Gesellschaft
gewechselt zu einem universitätsnahen anderen Forschungsinstitut,
komme ich noch öfter mit Fragen zum Computereinsatz in
Kontakt.
Per Zufall ergibt sich ein Kontakt zu einem
'Beta-Tester' der noch nicht an der Börse notierten S.u.S.E
GmbH. Ich darf bei der Installation eines Servers zusehen
und Fragen stellen (danke, Ralf). Schnell kann ich eigene
Erfahrungen mit einer SuSE 5.0 umsetzen. Meine Fortran-Experimente
sind lange her. Jetzt werden Kernel "gebacken", die Tiefen
des C-compilers (GCC) und des Perl-Interpreters ausgelotet.
Ich lerne Dinge, von denen ich gar nicht wußte, daß es
sie gibt...
Die Zeit von Kernel 2.0.30 bis 2.0.36 erlebe
ich als eine Art Aufbruch - einen PC kennt inzwischen
fast jeder. Im Bekanntenkreis gibt es unterschiedlichste
Inkarnationen kommerzieller Software - und manche Unzufriedenheit.
Scheinbar wie aus dem Nichts tauchen Berichte in den Medien
auf: Linux. Das Logo: ein dickbäuchiger, sitzender und
freundlich lächelnder Pinguin!
Ein Phänomen. Verrückte, die die Welt bekehren
wollen? Nein. Linus Torvalds, das Super-Genie? Er ist
ganz normal, hat inzwischen Familie und ist Angestellter.
Hacker? Nein, der Mann hat Verstand und macht keine unnötigen
Worte. Linux stammt aus einem universitären Umfeld: wo
kluge Menschen Ideen und Informationen austauschen, gar
ohne dafür zu bezahlen! Wo wäre unsere Kultur, wenn wir
für jeden Buchstaben auch heute eine Lizenz an Herrn Gutenberg
und seine Nachfahren zahlen müßten? Offene Quellcodes,
engl.: "open source" und frei erhältliche Software machen
mich sehr nachdenklich.
Auf mehreren heimischen Rechnern gibt es schon
eine Weile ein laufendes Linux, die Hardware wird perfekt
unterstützt - es funktioniert einfach alles! Inzwischen
weiß ich, daß es 'Linux-usergroups' gibt: ungezwungene
Treffen engagierter Linuxanwender und solche, die es werden
wollen.
Der erste Besuch einer Linux-Installparty (in Bonn)
ist ermutigend (hallo Karsten): sehr nette Leute, Gespräche
und eine supergute Stimmung. Viele Linuxanwender wollen
wie ich auch etwas über ihren Rechner lernen, gemeinsam
mit Freunden geht alles viel leichter.
Eine Weile im Kölner Linux-workshop aktiv,
kommt Anfang 2001 die Idee auf: "Wir sollten endlich mal
wieder eine RICHTIGE Installparty machen!". Von Anfang
an ist klar: für diese Veranstaltung muß es Arbeitsteilung
geben, so dass jede(-r) ihren/seinen Möglichkeiten und
Neigungen entsprechend sich einbringen kann. Mein Part
ist die Öffentlichkeitsarbeit: Journalisten informieren,
freundliche Sponsoren ansprechen...
Am 10. März 2001, ein Samstagmorgen im Rechenzentrum
der Universität zu Köln: unsere Installationsparty öffnet
die Pforten! Anwesend sind praktisch alle aus dem Linux-workshop,
dazu etliche Rechenzentrumsmitarbeiter, die ihre karge
Freizeit für den guten Zweck opfern (auch hier noch einmal:
Danke!). Unerwartet viele Besucher - wir schätzen so ca.
zwischen 180 bis 200 Personen... Der Hörfunk und die Tagespresse
sind auch bei uns - Linux in Köln macht Schlagzeilen!
Meine sehr sehr guten Erfahrungen mit dem
open-source Betriebssystem Linux und seinem Pinguin gebe
ich gerne weiter: im workshop, im privaten Kreis, wenn
man mich darauf anspricht.
Wie Linus Torvalds schreibt: "...just for
fun" - die Freude, gemeinsam etwas wirklich Sinnvolles,
vielleicht sogar Neues zu schaffen...Und beim Lesen fällt
mir auf: zehn Jahre Linux! Wow! Ich bin sicher, die nächsten
zehn Jahre werden noch spannender.
Von Bruno
Hopp
mit freundlicher Unterstuetzung und Genehmigung
durch O'Reilly Deutschland,
Köln
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