IPcop - Linux
Router für Profis
und private
Nutzer
von
Bruno Hopp,
Köln (im Nov./Dez. 2004)
Erste persönliche Erfahrungen - Einleitung
IPcop - sein Name ist schon Programm. "IPcop" steht als Abkürzung
für "TCP/IP", also die technischen Grundlagen des weltumspannenden
Internet. Der "cop" ist im amerikanischen Englisch umgangssprachlich
ein Polizist, der anderen Leuten sagt, was sie dürfen und sich
um die Sicherheit der Allgemeinheit kümmert.
Ein "Router" ist für Computer genau das: Auskunft
wohin man sich zu wenden hat, wenn man diese oder jene Webseite,
Email usw. haben möchte. Router verbinden ganze Netzwerke miteinander.
Technisch eng verbunden ist damit die Aufgabe, dass Router den Durchgangsverkehr
darauf prüfen, ob die Datenpakete "auf der Durchreise" berechtigterweise
passieren dürfen.Das wird landläufig als "Filtern" bzw.
als Paketfilter bezeichnet, käufliche Produkte mit dieser Eigenschaft
werden als "Firewall" bezeichnet. IPcop sorgt als Firewall dafür,
dass die bösen Jungs mit ihren Attacken auf anderer Leute Rechner
bitteschön draussen bleiben. Das gefällt mir. IPcop basiert
auf Linux und dessen integrierter Netfilter-Architektur. Er
ist eine hervorragende Gelegenheit, einen Router für professionellen
Ansprüche aufzubauen: die IPcop-Software ist wie das ganze
Linux frei im Internet zu bekommen weil Open Source. Das überzeugt
mich vollständig! Wenn ich will, schaue ich in die Sourcen
(ich will...) und kann selbst nachvollziehen, wie die Dinge programmiert
wurden. Jüngere Semester nennen das 'cool', ich finde es schlicht
beruhigend. Für jemanden, der an einem Universitätsinstitut
beschäftigt ist und tagtäglich im Internet irgendetwas
suchen, ausdrucken oder auch verschicken muss, stellt eine funktionierende
Netzanbindung fast eine Notwendigkeit dar. Natürlich benötige
ich zu Hause (noch) keine teure DSL-Anbindung, ein 56k-Modem an
der analogen Telefonleitung tut es durchaus. Aber "dank" der zahlreichen
MS Windows-Nutzer im Kollegenkreis und ihren Erlebnissen mit täglichen
Rechnerabstürzen, Virenemails, verschwundenen Dokumente oder
Bemerkungen: "mein Rechner reagiert seit heute so komisch..." weiss
ich, dass es heute 60 bis 180 Sekunden dauert bis ein frisch
installiertes modernes Microsoft Windows aus dem Internet das erste
Mal durch Viren, Trojaner oder schlicht Scanner attackiert wird.
Statt knappes Geld für lausige Pseudo-Sicherheit genannt Virenscanner
oder käufliche Firewalls auszugeben will ich Linux - das ist
klar! Seit mehr als sechs Jahren bin ich mit wachsender Begeisterung
Linuxanwender und inzwischen im kleinen Rahmen manchmal Hobbyprogrammierer.
Wer auf der Buchkritik
meine Rezensionen mitverfolgt, weiss wieviele Bücher zu Linux
hinter so einem Router stehen mögen 
"Use the source, Luke":
download des IPcop
Also IPcop! Natürlich hat er einen aktuellen Linuxkernel (2.4.27).
Zusammen mit dem Proxy SQUID
kann IPtables schon einiges
filtern.
Also los und im Web bei IPcop
und seinem deutschsprachigen
Gegenstück nachgesehen, Dokumentation und die eigentliche
Distribution herunterladen: die Download-Sektion ist extra ausgewiesen.
Es gibt Lesestoff auf Englisch, auf Deutsch, sogar auf Portugiesisch
(lerne ich gerade): zuerst eine Installationsanleitung geholt und
ausgedruckt. Mit meinen Englischkenntnissen komme ich schnell voran,
wenige Minuten später sind runde 42 MB von sourceforge.net
auf meinem Rechner gelandet. Jetzt habe ich die "Version 1.4 final"
in Form einer "iso-Datei". Eine iso-Datei ist ein direktes Abbild
vom Inhalt einer CDROM. Ich brenne die iso-Datei in wenigen Minuten
auf CD, diese noch "finalisiert" damit nichts weiteres mehr drauf
geht - natürlich mit Xcdroast unter Linux (es ginge wohl auch
unter Windows). Bis hierhin ist alles ausgesprochen einfach. Jetzt
heisst es CD rausnehmen und endlich, endlich in den vorbereiteten
späteren Router (-rechner) einlegen. Anschliessend wird der
Rechner von dieser CD neu gebootet - und schwupps geht eine schöne
Setup-Routine los! Sehr simpel - ich merke schnell dass IPcop von
RedHat-Linux abstammt. Diese Menüs mit "OK" und "Abbrechen"
Knöpfen in Rot und weisser Schrift hatte RedHat schon lange.
Damit bin ich beim nächsten Kapitel angekommen: der eigentliche
Rechner, der bald als Router dienen wird.
Ein ausgemusterter PC als Router ...
Mit Glück und Beziehungen komme
ich vor Monaten an einen abgelegten PC. Ein "Minitower" von rund
50 cm Höhe in diesem unaussprechlichen Computergrau bis hellbeige.
Der Zahn der Zeit hat seine Spuren, sprich Kratzer hinterlassen,
das Innere starrt vor Staub und Dreck. Das Motherboard entpuppt
sich als Asus P5HX-B mit Pentium 200 Mhz von Intel. Arbeitsspeicher
mit 64 MB in Form von 72-poligen SIMMs mittelprächtig ausgestattet,
keine Extras. Eine klitzekleine Festplatte, Grafikkarte eine uralte
Elsa Winner mit 2 MB - für Textmodus allemal genug. Typisch
PC: ein Floppylaufwerk mit 3½ Zoll ist eingebaut.
Das wird als erstes ersatzlos entfernt - ich will einen
anständigen Router, keine Spielekiste. Das Motherboard enthält
PCI-Slots, dazu vier alte ISA-Slots, 2x seriell und 1x parallel
onboard. Nachdem ich groben Schmutz mit Staubsauger, feinen Staub
mit Pinsel und Lappen entfernt habe, ist das Malheur klar: der ganze
Schmutz hat natürlich die Lüfter festgebacken. Also erst
das Netzteil ausbauen, säubern und neuen Lüfter einsetzen.
Spätestens jetzt scheiden sich die Geister: wer
in Elektrik und Elektronik keine
Ausbildung besitzt, sollte diesen Schritt niemals
selbst erledigen! Netzteile können auch nach dem Ausschalten
noch eine gehörige Spannung (in den Kondensatoren) enthalten,
die bei unsachgemässer Behandlung zu ernsten Unfällen
führt! Bei mir geht es weiter: der Kühlkörper des
Prozessors bekommt einen neuen Quirl aufgesetzt. Die Grafikkarte
darf vorläufig noch bleiben. Einmal überlegen: ein Router
muss (mindestens) zwei Schnittstellen haben. Also nach innen sprich
für mein Heimnetz (localnet) soll es eine zuverlässige
3Com 905B für Ethernet sein. Zweite Schnittstelle ist natürlich
das Modem, das verbindet mich mit der weiten Welt des Internet.
Natürlich würde manche alte NE2000-kompatible Karte mit
10 Mbit/sec für "Grün" ebenso funktionieren, weil das
Modem immer noch wesentlich langsamer als diese Netzkarte arbeitet..
Statt einem Modem ist bei IPcop selbstverständlich auch eine
ISDN oder eine DSL-Schnittstelle für die Kommunikation nach
außen möglich - aber sowas besitze ich nicht. Eine
erste Testinstallation des IPcop verläuft problemlos: die Setup-Routine
informiert mich, dass sie die gesamte erste physikalische Festplatte
für den IPcop beanspruchen will (unter Linux: /dev/hda). Geht
in Ordnung: "OK" und weiter. Ich wähle, dass ich ein "Rotes"
(Modem) und ein "Grünes" Interface (Netzwerkkarte zu meinem
Heimnetz) benutzen will. Rot steht für Anbindung ans fremde
Netz/das Internet, Grün für die Schnittstelle zum "guten"
heimischen Netz. Ich könnte gleichzeitig eine DMZ (Orange)
einrichten, falls ich ausgewählte Server vom Internet aus erreichbar
machen wollte. Ebenso könnte ich einen WLAN-Access Point zum
Anschluss als viertes "Blaues" Interface konfigurieren!
Hm, bei mir ist wegen Sparbeschluss nur Rot und Grün
vorhanden. Die IP fürs grüne Interface entnehme ich dem
IP-Bereich, den ich auch sonst nutze (192.168.x.y) und der Router
erhält ganz in guter Linuxtradition noch einen aussagekräftigen
Namen: nightcity (ich finde "Neuromancer"
von William
Gibson echt gute Science Fiction!). Die IPcop-Software ist in
knapp einer Viertelstunde fertig installiert und konfiguriert, alles
weitere - soweit überhaupt nötig - wird über ein
Webinterface verschlüsselt von einem zweiten Rechner aus erledigt
- übersichtlich und bequem. Es wird Zeit, Tastatur, Maus und
Monitor abzuklemmen. Das Gehäuse wird in eine Ecke gestellt,
es führen ein Stromkabel, ein Netzwerkkabel und ein Telefonkabel
zum Rechner bzw. dem Modem. Der Anblick nervt: warum sind Computer
immer grau bis hellbeige? Ich beschliesse, dass mein Router ein
besseres Outfit bekommen muss! Ich erinnere mich, dass ich per Zufall
routerdesign.com entdeckt hatte. Eine
sehr individuelle Lösung mit Aha-Effekt aus eigener Werkstatt:
das soll es werden!
Mein Rechner soll schöner werden...
Grundproblem: Rechnergehäuse besteht aus Metall (meistens), Frontteile
aber aus Kunststoff. Einheitlich lackieren möchte ich schon,
aber wie und womit? Aus dem Autofachhandel eine Sprühdose:
das ginge. Nur kostet die zwischen zehn bis zwanzig Euronen das
Stück, wenn die enthaltene Druckluft nach den ersten drei Minuten
nachlässt, spritzen nur noch unregelmäßige dicke
Lacktropfen durch die Gegend. Die scheinbar billige Amateurlösung
habe ich kennengelernt, das ist was für Anfänger! Braucht
mensch mehrere Sprühdosen (Metall grundieren, dann Filler,
Vorlackieren, Schlusslackierung, evtl. eine Schicht Klarlack zum
Versiegeln) - dann wird es extrem teuer! Nun bin ich als Fahrradfreak
durchaus gewohnt, mich mit Farbe und Lack auf Metall und Plastik
zu beschäftigen. Das Metallgehäuse liesse sich bestimmt
noch mit Einbrenn-Emaille verzieren. Die Kunststoffteile könnte
ich anschliessend als Asche aus dem Ofen kratzen! Also neue Idee:
Airbrush! Per Druckluft einen superdünnen
Farbauftrag erzeugen, so dünn wie ihn kein Pinsel erreichen
kann. Was brauche ich zum Airbrushen: eine Druckluftquelle, also
einen Kompressor. Daran angeschlossen ein Stück druckfester
Schlauch (2 bis 3 Meter) plus Airbrush-Pistole. Hiermit wird Farbe
bzw. der Lack zum superfeinen Sprühnebel vermischt. Der Auftrag
kann von millimeterdünnen Linien bis zu grossen Flächen
dosiert werden. Ich lerne durch Wikipedia,
was eine Single-action und eine (teurere) 'Double-Action' Sprühpistole
an Besonderheiten aufweisen.
Es dauert schon mehrere Tage, bis ich mit Ausdauer und Nerven
auf passenden Gelegenheiten Kompressor, Pistole und Zubehör
ergattere. Das spricht sich auch im Freundeskreis herum, dass ich
dankbarer Abnehmer bin von halbleeren Gebinden Acryllacken, bevorzugt
matt-schwarz und "Marsrot" (VW-Fahrer wissen was ich meine...)
Werkzeugkunde: Lack, Farbe und jede Menge Druck


Was braucht mensch so alles? Auf der ersten Abbildung
in der hinteren Reihe (v.l.n.r.): zwei Dosen flüssige Acrylfarbe,
Universalverdünnung, zwei Sprühdosen Grundierung bzw.
Filler, eine Sprühdose Acryllack (marsrot). Vorn liegen von
links nach rechts: ein Arbeitshandschuh (zum Festhalten einzelner
Teile während des Sprühen), die Airbrushpistole mit
Druckluftschlauch, eine Rolle Kreppband, rechts aussen der blaue
Druckluftkompressor von Revell.
Auf der zweiten Abbildung kann man den blauen Kompressor
"Record" von Revell betrachten, oben links ist der Anschluss mit
Gewinde für Druckluftschlauch. Auf der dritten Abbildung
befindet sich die Airbrush-Pistole mit double-action. Erkennbar
ist ein Vorratstank für Farbe der ca. 10 bis 15 ml fasst
hinter dem Sprühkopf, dahinter befindet sich der Regler für
die "double-action". Durch Herunterdrücken des Hebels wird
Druckluft freigegeben, während ein leichtes Ziehen nach hinten
(auf der Abbildung also nach rechts) für das Öffnen
der Düse und Austritt von feinem Farbnebel sorgt. Auf der
dritten Abbildung ist ein Arbeitshandschuh zu erkennen, mit einem
recht wichtigen Teil: einer Pipette. Pipetten werden genutzt,
um zuerst in einem kleinen Mixbecher Farbe mit Verdünnung
so zu vermischen, dass die Konsistenz (der von Farbe bzw. Lack)
korrekt eingestellt wird. Jetzt muss die Farbe ohne Klecksen in
den Vorratsbecher der Sprühpistole hinein befördert
werden - wieder per Pipette. Nichts für nervöse Zappelnaturen!
Während die Aktion "Airbrush Zubehör besorgen"
noch dauert, mache ich mich daran, die Rechnerhülle auseinanderzunehmen.
Das Lösen der vier Schrauben auf der Rückseite ist simpel,
jetzt kann ich das Verkleidungsblech abnehmen. Danach halten vier
kleinere Schrauben die Kunststopffblende von innen fest. Nachdem
ich die Front von den üblichen Laufwerksblenden 3½
Zoll und 5¼ Zoll befreit habe, liegen die Einzelteile lose.
Der Einschaltknopf wird aus der grossen Frontblende vorsichtig
herausgelöst, während die innen liegende Feder lustig
durch das Wohnzimmer hüpft. Sämtliche Einzelteile werden
ausführlich mit Isopropanol (70-prozentiger vergällter
Alkohol) gereinigt - bei offenem Fenster bitte gut lüften!!.
Das beige Metallblech wird mit feinster Stahlwolle aufgerauht.
Anschliessend heisst es überall dort, wo kein Farbauftrag
hingehört, mit Klebeband ("Malerband", behelfsweise Tesa)
für Schutz zu sorgen. Die Frontblende hat unterhalb der 3½
Zoll Floppyschächte ein halbmondförmiges Teil aus durchsichtigem
Kunststoff, in dem zwei LEDs und der Resetknopf eingebettet und
mit Heisskleber befestigt sind. Vorsichtig alles mit einem scharfen
Teppichmesser herauslösen und abdecken! Der verbliebene Rechner
sieht momentan etwas unfertig aus:
Vorne hängen die rote LED (für Festplattenaktivität)
und die grüne (für Power on) sowie in der Mitte der
rote Taster vom Resetknopf herum. Auf der Rückseite ist zu
sehen, dass unten der Anschluß der Grafikkarte (noch) residiert,
weiter oben die RJ45-Buchse für Ethernet, noch weiter oben
rechts lp0, ttyS1 und ttyS0 (in Sub-D). Alle Gehäuseteile
erhalten eine hauchdünne erste Grundierung in Hellgrau, die
gleichzeitig kleine Unebenheiten und Kratzer zudeckt. Nach dem
Trocknen werden zurückgebliebene Unebenheiten noch mit Stahlwolle
weiter eingeebnet und wiederholt mit feinstem Grundierungsnebel
beglückt. Immer hübsch dünn! Falls der Auftrag
anfängt speckig zu glänzen, hat mensch todsicher zuviel
gesprüht und darf anschliessend bei der Entwicklung von "Lacknasen"
zusehen :-(( Ist alles grundiert, kommt die erste Lage vom Lack.
Ich wähle Acryllack, weil lösemittelfrei (d.h. auf Wasserbasis).
Technisch wäre Kunstharzlack auch erlaubt, Umweltschweinchen
und ihre Nachbarn werden aber mit der vollen Dosis Lösemittel
in der Atemluft versorgt, nein danke. Am mattschwarzen Lack lässt
sich auf hellem Grund sehr schön verfolgen, wie gross die
Sprühtropfen werden: früher aus der Dose konnte
ich einzelne Tropfen mit blossem Auge als Kleckse ausmachen. Beim
richtigen Airbrushen ist es ein feiner Farbverlauf: die einzelnen
Tröpfchen sind mikroskopisch klein. Also wird mit der Pistole
nach dem ersten Sprühgang erstmal Pause gemacht. Lack muss
antrocknen, danach die nächste Lage dünn auftragen.
Typischer Anfängerfehler: gleich beim ersten Auftrag eine
deckende Farbschicht erzielen wollen. Das führt unweigerlich
dazu, dass zuviel Farbe flüssig aufgetragen wird und anfängt
in Tropfen und Nasen am Objekt herunterzulaufen. Nachdem Metallgehäuse
und die Einzelteile der Front langsam sich dem Mattschwarz annähern,
bekommt der Einschaltknopf sein Finish in Feuerrot. Eine alte
Fahrradspeiche dient als Halterung für Kleinteile. Falls
sich jemand daran erinnert: die ersten IBM PCs hatten hinten rechts
auch einen gewaltig grossen Einschalter in Kunststoff: in feuerrot!
Ich werde noch nostalgisch... Mehrere Farbaufträge später:
schaut nett aus. Selbst die 5¼ Zoll Blenden sind mattschwarz.

Jetzt noch das zugehörige Modem (ein geschenktes Elsa Microlink
33.6 TS) ebenfalls auseinandernehmen, lackieren und wieder zusammenschrauben.
Inzwischen habe ich am 'nackten' Rechner noch etwas experimentiert:
IPcop hat standardmässig eine sog. Swapdatei zum Auslagern
angelegt. Da ich seit Jahren meine Linuxrechner selbst administriere,
war es mir eine Freude, eine alte Festplatte (mit 1,7 GigaB Kapazität)
umzuformatieren und eine Swappartition einzurichten. Nun, im Handbetrieb
ist das wirklich nix für Einsteiger! Fällt eher unter
"Feintuning": derartige Eingriffe sollte man nur dann vornehmen,
wenn man exakt weiss was da tut :-) Fehler werden mindestens mit
einer Neuinstallation bestraft!
Aus der Nähe betrachtet:
neben Motherboard ist das Rechnergehäuse fast leer! Grafik-
und Netzkarte benötigen nur wenig Platz, eine zweite und
dritte Festplatte aus Performancegründen (Swappartition)
nur wenig mehr. Also herrscht im Minitower eigentlich Platzverschwendung!
Mein Traum, ein klitzekleines flaches 19-Zoll Gehäuse (1
HE), muss aus Kostengründen trotzdem noch länger warten.
Zwei LEDs und der Reset-Taster fürs Bedienpanel werden mit
Heissklebepistole ordnungsgemäss wieder befestigt, Abdeckfolie
vorsichtig abgezogen. Der Rechner wird mit Modem verkabelt, ab
in die Ecke. Dann der Smoke test: ein herzhafter Druck auf den feuerroten
Einschaltknopf,
es beginnt zu summen und zu brummen! "Houston, alles
roddscha"!
Zeit für eine Bilanz
Mein Router besteht einzig aus wiederverwendeten Komponenten,
die Farbe ist aus Altbeständen von Freunden und Verwandten.
Linux sorgt dafür, dass beim Browsen im Web die Sicherheit
und schneller Aufbau der Webseiten mit Mozilla,
FireFox und Dillo als Browser zum Erlebnis werden! Neben
Web geht aber auch jede Email, jede News und vieles mehr ausschliesslich
durch den IPcop-Rechner. Dank Linux interessieren Emails mit virenverseuchten
Anhängen mich schon eine Weile nicht mehr - jedes Betriebssystem
das derartige Lücken zulässt ist sein Geld nicht wert!
Administriert
wird der
Router per SSH, wenn es der
Bequemlichkeit entgegenkommt auch per https aus einem Browserfenster,
aber immer von einem anderen Rechner.
Links ist der fertig zusammengeschraubte neue 'ge-brushte' Minitower zu
sehen.
Inzwischen ohne Grafikkarte, wird das verbliebene CD-laufwerk
sehr bald noch entfernt. Um irgendwelche Dateien auf dem Rechner
zu transferieren, nehme ich "scp" (Secure Copy) und zur allgemeinen
Administration SSH (Open Secure Shell) die natürlich bei meinem
Debian GNU/Linux dabei sind. Hätte ich noch ein Windows, könnte
ich mittels "Putty" eine SSH-Verbindung öffnen oder mit Firefox/Mozilla
übers Webinterface administrieren. Alles kein Problem! Natürlich
kommt zum krönenden Schluss noch ein Linux-Pinguin auf die
Vertiefung in der Front (ca. 2,5 cm im Quadrat), wo sonst Hersteller
gerne ihr eigenes Logo reinkleben, Bezugsquelle
hier). Mein IPcop spielt jetzt den Router für ein kleines
Wohnzimmernetzwerk aus beinahe zehn Rechnern: unter diversen SuSE-
und Debian GNU/Linuxen. Darunter sind grafische workstations, Server
für Mail, News, Webserver, Datenbankserver, halt alles was
man so braucht im Leben....Insbesondere Mail- und Newsserver gehen
automatisiert regelmässig ins Netz. Eigentlich läuft es
alles so, wie ich es mir wünsche!
IPcop - diese Linux Distribution kann ich jedermann
und -frau empfehlen, um einen Router mit Hilfe eines älteren
PC aufzusetzen. Die erstmalige Installation und laufende Betreuung
ist völlig simpel und auch ohne tiefe technische Kenntnisse
beherrschbar. Spezielles Linuxwissen ist ebenfalls nicht zwingend,
auch wenn es hilfreich sein mag um ausgewählte Funktionen voll
auszunutzen (IPsec und VPNs etwa).
IPcop ist ideal für kleine Büros, für Heimanwender die
mindestens mit einem Rechner aufs Netz zugreifen möchten. Weil auf
Linux aufbauend, ist die Nutzung frei. Meiner Meinung nach hat IPcop
absolut
das Potential, um in nächster Zukunft den kommerziellen
Routerlösungen
a la Cisco oder Juniper ein wenig Konkurrenz zu machen - und das soll
ja gut sein für alle
Verbraucher!
Links und Quellen im Web
Dank an ...
Linus Torvalds,
der das alles möglich machte! Tausende
seiner
Mitstreiter in aller Welt, die wie er an einem stabilen,
zuverlässsigen
Betriebssystem
programmieren und es der ganzen Welt schenken. Den Begeisterten,
die
hinter Debian GNU/Linux
stehen,
verdanke ich geduldige Hinweise auf zuverlässige
Softwarelösungen. Dank den zahlreichen Freunden und Sponsoren:
Werner der mich mit gebrauchter Hardware versorgt, gute Freunde aus dem
Linuxworkshop
der
Universität zu Köln
und O'Reilly
Deutschland, deren Veröffentlichungen zu allen Aspekten frei
verfügbarer Software erst dieses Linux weltweit leicht
zugänglich und
noch besser
verständlich
machen.
Die zahlreichen Freunde, die den IPcop
programmieren, ihn verbessern und in ihrer Freizeit Geld und
Mühe auf sich nehmen, um das alles anderen Computeranwendern
in aller Welt zur Verfügung zu stellen! Besondere "wintermute"
von tom-e.de zeigt mit seinem
beständigen Engagement, wie sehr auch in Deutschland die Verbreitung
von anspruchsvollen Linuxdistributionen und speziell IPcop durch
private Initiative lebt und bereichert wird. Danke, dass ich
deine Logos hier nutzen durfte!
Natürlich stehe ich in der Schuld von Alfred, der
grosszügig seine Webseiten als Bühne für mein
Geschreibsel zur
Verfügung stellt.
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