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T. E. Lawrence war bereits zu Lebzeiten eine
Legende. Doch die Presse und andere Kreise, die Lawrence
aus den verschiedensten Gründen verärgert hatte, sorgten
vor allem in England selbst für ständige Gerüchte und
Skandale um seine Person.
Spätestens 1962 wurde Lawrence durch David
Leans Film weltweit berühmt. Allerdings hat der Film der
der Realität wenig zu tun. Es ist ein rundum gelungener
Monumentalschinken, der dann auch sieben Oscars einheimsen
konnte. Viele markante Szenen aus Lawrences Buch "Die
sieben Säulen der Weisheit" wurden in mehr oder weniger
stark abgeänderter Form, in die Filmhandlung passend,
eingebaut. Viele Personen mussten wegfallen und andere
wurden stark der Dramatik des Films angepasst. Die Gesamtaussage
des Buches blieb allerdings einigermassen erhalten. Jetzt
ist übrigens eine längere Version mit einigen, ursprünglich
geschnittenen Szenen als Video
oder DVD
erhältlich.
Der kleine Lawrence
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Der junge Lawrence
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Die Brüder Lawrence
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Thomas Edward Lawrence wurde am 16. August
1888 in Tremadoc (Caernarvonshire, Wales) als zweiter
von fünf Söhnen von Thomas und Sarah Lawrence geboren.
Seine teilweise in Frankreich verbrachte Kindheit in ländlichen
Gegenden verlief unspektakulär. Als er und sein älterer
Bruder Bob begannen, die Schule zu besuchen, zog die Familie
nach Oxford. In der Schule und später beim Studium war
er ein ausgezeichneter Schüler und begann etwas exzentrisch
zu werden.
Sehr früh begann er sich für Geschichte und besonders
für Archäologie zu begeistern. Dieses Interesse und die
Vorbereitung für eine Arbeit führten zu einer ausgedehnten
Frankreichreise und 1909 zu seiner ersten Reise in den
nahen Osten. 1910 konnte er erneut nach Syrien reisen,
um an den Ausgrabungen von D. G. Hogarth bei der Hethiterstadt
Karkemisch teilzunehmen. Später arbeitete er kurze Zeit
auf Empfehlung Hogarths auch bei Petrie in Ägypten. Wenig
begeistert kehrte er bald wieder nach Karkemisch zurück.
Die Begleitung einer Vermessungsexpedition führte ihn
schon Anfang 1914 in die Gegend von Akaba.
König Hussein
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Feisal
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Bald nach Beginn des 1. Weltkrieges im August
1914 arbeitete Lawrence an Karten und Berichten über die
geografischen Gegebenheiten des bald danach auf Seiten
der Achsenmächte in den Krieg eingetretenen Osmanischen
Reichs. Im Dezember 1914 fuhr er nach Ägypten und begann
mit seiner Arbeit als Leutnant beim Nachrichtendienst.
Seine Tätigkeit bestand hauptsächlich im Sammeln und Ordnen
von Informationen im Büro.
Die Briten wollten die Türken durch Unterstützung
eines arabischen Aufstands schwächen. König Hussein, als
Emir von Mekka eine angesehene Autorität in der islamischen
Welt, sollte diesen Aufstand anführen.
Mitte 1916 begann der Aufstand. Die Unterstützung
durch die Briten funktionierte durch ständiges Kompetenzgerangel
aber schlecht. Oktober reiste Lawrence zu den drei, jeweils
ein Heer befehligenden Söhnen Husseins. Dabei machte Feisal,
der Jüngste, den besten Eindruck auf ihn. Er wäre seiner
Meinung der Mann, der den arabischen Aufstand zum Erfolg
führen könnte. Nach einigem Hin und Her wurde Lawrence
als Verbindungsoffizier zu Feisal geschickt.
Schon bei seiner Ankunft kam er in eine turbulente
Lage. Feisal und Zeid saßen mit etwas 2000 Mann in Yenbo
und die Türken rückten mit starken Kräften heran. Schell
wurden einige britische Kriegsschiffe heranbeordert, um
die Stadt mit ihrer Artillerie zu unterstützen. Die anrückenden
Türken wagten wegen dieser Schiffe und der großen freien
und ungedeckten Fläche vor der Stadt keinen Angriff und
kehrten um. Nach Lawrences' Meinung verloren die Türken
bereits hier den Krieg.
Lawrence
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Wejh
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Mit der Eroberung von Wejh und dem Wadi
Ais hatten die Araber ideale Operationsbasen zu Angriffen
auf die türkische Bahnlinie nach Medina und konnten die
Versorgung der dortigen türkischen Truppen bedeutend erschweren.
Die Türken zogen ihre Kräfte in Medina zusammen und begaben
sich damit in eine Defensivposition. Ab jetzt konnten
die Araber die Initiative ergreifen, die Türken konnten
nur mehr darauf reagieren.
Angriff auf Akaba
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Auda
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Lawrence unterstützte Feisals Plan, die Küstenstadt
Akaba und ihre Verbindung nach Ma'an von der Landseite
her zu erobern, gegen den Willen der britischen und französischen
Führung. Mit Unterstützung des berühmten Kämpfers Auda,
einem Stammesführer der Howeitat, wurde der Angriff geplant
und umgesetzt. Die Aktion gelang und der arabische Aufstand
war bis in den Norden gelangt. Noch während des Marsches
nach Akaba, als sich die arabischen Stämme sammelten,
unternahm Lawrence eine extrem riskante, ausgedehnte Erkundungsreise
bis nach Damaskus.
Akaba
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Auda
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Feisal selbst begab sich mit seiner Armee
nach Akaba und war somit auch für die britischen Truppen,
die von Ägypten aus nach Norden drangen, eine wertvolle
Hilfe. Aber viele der von Akaba aus gestarteten Aktionen
klappten nicht nach Wunsch. Bei einem Erkundungsgang als
verkleideter Araber wurde Lawrence in Deraa von den Türken
aufgegriffen, um in ihre Armee eingezogen zu werden. Der
Kommandant Hadjim Bey erkannte ihn aufgrund der Beschreibung
eines Verräters. Nach homosexuellen Annäherungsversuchen
des Kommandanten und seinem Widerstand wurde er von Soldaten
gefoltert und vergewaltigt. Schwer traumatisiert konnte
er in der Nacht darauf fliehen.
Lawrence
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Nuri Said
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Jetzt folgten Eroberungen (Jerusalem) und
Rückschläge. Deutsche Offensiven an der europäischen Westfront
machten die Verlegung britischer Truppen von Palästina
an den europäischen Kriegsschauplatz nötig. So geschwächt,
waren die Briten zu keiner Offensive mehr fähig und Lawrence
fürchtete, dass ein Stillstand die Araber zu einem Frieden
mit den Türken verleiten könnte. Wider Erwarten lief die
Ausbildung frisch aus Indien eingetroffener Soldaten so
gut, dass für den Herbst 1919 eine britische Offensive
geplant wurde. Dabei sollten die Araber Deraa besetzten
und so den türkischen Truppen den Rückzug abschneiden.
Nasir
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Shakir
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General Allenbys Offensive hatte durchschlagenden
Erfolg und Damaskus stand bald in der Reichweite der Briten
und Araber. Dort hatte Frankreich starke politische Interessen
und darum sollte eine arabische Zivilregierung mit einem
französischen Verbindungsoffizier eingesetzt werden und
keine britischen Truppen die Stadt betreten. Lawrence
und einige arabische Führer wurden in Damaskus mit großem
Jubel empfangen. Sofort gingen sie daran, eine arabische
Regierung einzusetzen und Ordnung in das ausgebrochene
Chaos zu bringen. Bald darauf traf auch Feisal ein.

Feisal |
Damaskus
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Nun begann der Kampf um die arabische Freiheit
am Verhandlungstisch. Lawrence reiste nach London, um
dort für die Unabhängigkeit der Araber einzutreten. Er
schrieb König Hussein einen Brief, in dem er ihn bat,
Feisal zu den Friedensverhandlungen nach Paris zu schicken.
Doch England und Frankreich hatten ihre Interessen schon
zulasten der Araber abgeklärt. Lawrence wurde Feisals
Verhandlungsdelegation zugeteilt und begleitete ihn bei
seinem Englandbesuch und dann nach Paris. Während der
ständig hin- und herwogenden Verhandlungen begann Lawrence
mit der Niederschrift einer ersten Fassung von "Die sieben
Säulen der Weisheit". Bei den Verhandlungen konnte sich
schließlich Frankreich mit seinen Interessen an Syrien
als Kolonie durchsetzen. Lawrence zog sich deprimiert
zurück.
Durch romantisierende Vorträge des zwielichten
amerikanischen Journalisten Lowell Thomas kam Lawrence
zu einer ungewünschten Berühmtheit in England. Er setzte
sich oft weiter für die Sache der Araber ein, aber hauptsächlich
arbeitete er jetzt an seinem Buch. Als im Winston Churchill
den Posten eines Beraters in seinem Kolonialministerium
anbot, nahm er nach einigen Zweifeln ab. Und nun konnte
er den Arabern weit gehend zu ihrem Recht verhelfen. Feisal
wurde 1921 König des Irak und blieb es bis zu seinem Tod
1933.
1922 tritt Lawrence als einfacher Soldat,
sein früherer Rang war Oberst, unter dem Pseudonym John
Hume Ross in die Royal Air Force ein. Aber er achtete
bald immer weniger auf seine Anonymität und so dauerte
es nicht lange, bis die Zeitungen dahinter kamen und es
veröffentlichten. Die Situation wurde unhaltbar und Lawrence
entlassen. Kurze Zeit später konnte er allerdings in das
Panzer-Korps, diesmal unter dem Namen Shaw, eintreten.
Dort fühlte er sich aber nicht sonderlich wohl.
Unter ständigen Geldsorgen arbeitete er nicht
sehr erfolgreich an der Herausgabe einer sehr begrenzten
Luxusausgabe von "Die sieben Säulen der Weisheit" und
Übersetzungsaufträgen. Erst, als er wieder bei der Royal
Air Force aufgenommen wurde, fühlte er sich wieder besser.
Er entschied sich, auch eine gekürzte Ausgabe seines Buches
veröffentlichen zu lassen. Er verzichtete aber, trotz
Geldnot, auf jeden Gewinn aus dem Buch und übertrug das
Copyright einer Stiftung.
Anfang 1927 wurde er mit seiner Einheit für
fünf Jahre nach Indien geschickt. Er besorgte vorher noch
die nötigen Arbeiten für die beiden Ausgaben seines Buches
und verließ England. März 1927 erschien "Aufstand in der
Wüste", die gekürzte Ausgabe von "Die sieben Säulen der
Weisheit" in England und Amerika und war bei Kritikern
und Publikum von Anfang an ein durchschlagender Erfolg.
Der mit Lawrence befreundete Robert Graves begann mit
einer für jugendliche Leser gedachten Biografie über ihn,,
mit der er am Ende sehr unzufrieden sein sollte und er
selbst begann die Arbeit an seinem nächsten Buch "Unter
dem Prägestock" (Mint) über das Kasernenleben in der Royal
Air Force. In dieser Zeit entstand auch seine populäre
Übersetzung von Homer "Odyssee". Wegen akuter Gefahr der
Entdeckung seiner Identität bat er um Versetzung und wurde
in den kleinsten Fliegerhorst Indiens nahe der afghanischen
Grenze verlegt.
Lawrence
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Lawrence
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Lawrence
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Anfang 1929 sorgten völlig aus der Luft gegriffene
Berichte in der Presse, er stecke als britischer Spion
hinter einem Aufstand in Afghanistan dafür, dass er nach
England zurückreisen musste. Hier wurde er wieder auf
einem sehr kleinen Stützpunkt stationiert, was seinen
Wünschen ausgesprochen entgegenkam. Später hatte er dort
eine wichtige Funktion beim Testen von Schnellbooten.
1933 begann der Militärhistoriker Liddell Hart mit einem
Buch über den Krieg in Arabien und die Rolle Lawrences
dabei. Lawrence unterstützte ihn bereitwillig, als er
sah, dass es ein seriöses Buch zu werden versprach. Der
Verleger verlangte aber mehr Persönliches und weniger
Fakten. Ein Monat vor Feisals Tod traf Lawrence ihn noch
einmal bei einem Besuch in England. Die englischen Faschisten
und, später, der Präsident der Bank von England wollten
ihn für sich gewinnen. Lawrence lehnte beide Male ab.
Am 25. Februar 1935 beendete Lawrence seine
Dienstzeit bei der Royal Air Force einigermaßen unsicher
über seine Zukunft und zahllose Journalisten auf den Fersen.
Am 13. Mai 1935 verunglückte er mit seinem Motorrad, als
er zwei jugendlichen Radfahrern auswich. Nach sechs Tagen
im Koma starb er am 19. Mai 1935.
Von Alfred
Ohswald am 29. 8. 2002
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