Flott, witzig, sexy und mit einigen Zugaben
Eine nicht alltägliche Lesung von und mit Richard
Latzin

Die zweite von unserer Webseite veranstaltete
Lesung fand am 25. Juli 2004 erneut im Gasthof
Murtinger in Breitenfurt/Hochroterd statt. Die freundliche
Unterstützung der Kulturgemeinschaft Breitenfurt ermöglichte
eine breite Werbung für diese Veranstaltung. Und auch
Buchkritik.at nutzte alle Möglichkeiten, selbst auf
dem ortsbekannten Fahrzeug des hierorts unter seinem Spitznamen
"Hugo" bekannten Verkehrsteilnehmers war eine
Ankündigung dieser Veranstaltung zu finden. Aber selbst
diese Kombination aus traditioneller und origineller Werbung
zeigte nur wenig Wirkung. Insgesamt erschienen nur 20 Zuhörer
und da sind die Frau und ein Freund, die den Autor begleiteten
schon mitgezählt.
Der Start war nicht wirklich als optimal zu
bezeichnen. Mikrophon und Verstärkeranlage verweigerten
schon beim Test plötzlich den Dienst und selbst intensive,
von heftigen Rauschen und Pfeifen begleiteten Bemühungen,
zeitigten keinen Erfolg. Richard Latzin musste sich, ohne
elektronische Unterstützung, auf die Tragkraft seiner
Stimme verlassen. Der Saal im Gasthof Murtinger ist relativ
klein und er mit einer guten Stimme gesegnet, so dass er
überall einwandfrei zu hören und zu verstehen
war.

Diese nicht unbedingt idealen Begleitumstände
waren aber dann, dank Richard Latzin, bald vergessen. Nach
einer kurzen Vorstellung durch Claudia
M. Janka und durch ihn selbst, begann er mit 4 Rätseln
aus seinem Buch "Das
Literaturquiz. Wie heißt das Buch?". Er wählte
dazu bewusst keine allzu schweren Beispiele und so wurden
auch alle erkannt und die Atmosphäre zunehmen entspannter.
Nun folgte eine der bisher unveröffentlichten Kurzgeschichten
des Autors, die, wie sich dann herausstellte, die wirklichen
Höhepunkte der Lesung wurden. Gemeinsam war allen diesen
Geschichten eine kräftige Portion Humor. Die erste
Geschichte handelte vom nicht unoriginellen Verkauf eines
in die Jahre gekommenen Computers. Als geplanten Abschluss
gab es jetzt anschließend noch zwei, im Buch nicht
zu findende Bücherrätsel.

Nun wandte sich der Autor an das Publikum,
ob jemand Fragen an ihn hätte oder er lieber noch eine
Geschichte vorlesen sollte. Die Anwesenden, von der ersten
Geschichte auf den Appetit gebracht, baten ohne zu Zögern
um eine weitere Geschichte. Diesmal war es eine erotische
aber auch ungemein witzige Geschichte, der auch eine dementsprechende
Warnung vor dem deftigen Inhalt vorausging. Sie war, den
Reaktionen des Publikums während und nach der Lesung
nach zu urteilen, der Höhepunkt des Abends. Ein Rendezvous
mit einer Internetbekanntschaft artet zunehmen in ein ziemliches
Chaos aus, um dann doch in einem Happy End zu enden.
Latzin hatte die Frage, ob er eine weitere Geschichte
lesen sollte, noch kaum gestellt, stimmte das Publikum auch
schon erwartungsvoll zu. Das wiederholte sich noch einmal,
bevor er nach etwa 1 ¼ Stunden ohne Pause ziemlich
erschöpft Schluss machte. Eine Geschichte erzählt
die Mär, wie Jesus das Wiener Schnitzel erfand und
die Letzte handelte von den Freuden, die eine Abrissbirne
spenden kann.

Es ist fast nicht zu glauben, dass Richard
Latzin erst ein Buch veröffentlicht und eine Lesung
hinter sich hat. Er erklärt sein außergewöhnliches
Talent fürs Vorlesen, durch eine entsprechende Übung
mit seinen beiden Töchtern. Man möchte die Beiden
beneiden. Latzin kann sich beim Lesen auch mit arrivierten
Autoren messen, sollte es jemals Hörbuchversionen seiner
Texte geben, erspart sich der Verlag in jedem Fall die Kosten
für einen Profisprecher.
Es gab jetzt tatsächlich noch einige Fragen
aus dem Publikum und die Gelegenheit, das Buch des Autors
mit einer persönlichen Widmung zu erwerben. Anschließend
rückten die noch verbliebenen Gäste einige Tische
zusammen um sich mit der bekannt hervorragenden Küche
des Gasthofs Murtinger zu stärken und noch einige Stunden
den Abend mit lockerer Unterhaltung ausklingen zu lassen.
Nach dem einigermaßen holprigen Beginn wurde also
noch ein wirklich gelungener Abend für die Zuhörer
und ein Erfolg, wenn auch nur in relativ kleinem Kreis,
für Richard Latzin. Dieser Erfolg war ausschließlich
ihm zu verdanken, er hätte sich wirklich ein größeres
Publikum verdient, ein begeistertes hatte er zumindest.
Es gibt übrigens 3 von Richard Latzin signierte
Exempare seines Buches bei Buchkritik.at zu gewinnen.
Von Alfred
Ohswald und Johann
F. Janka am 27. 7. 2004
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