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Dr. Alexander Van der Bellen, Wissenschaftler,
Professor - Bundessprecher der Grünen - Politiker. Unbestritten,
Van der Bellen, der intellektuelle Gentleman der österreichischen
Politszene, belebt und hebt allemal den Stil dieses nicht
gerade feinen Metiers. Wie immer man dazu steht - wie immer
Parteifreunde von ihm dazu stehen sei dahingestellt - sicher
ist, Van der Bellen zählt zu den interessantesten politischen
Persönlichkeiten in Österreich.
Und dies fand augenscheinlich auch der Autor
des Buches Christian Neuwirth als er Van der Bellen seine
Idee zum Buch eröffnete. Am 25. April 2001 wurde nun das
Buch, nicht von, sondern über den Grünen-Chef vorgestellt.
Fritz Molden ergriff als erster Redner das Wort,
begrüßte die zahlreichen Gäste und ging augenzwinkernd kurz
auf die Geschichte des Lokals "Porgy & Bess" ein, in dem
die Präsentation stattfand. Molden erwähnte, nicht ohne
Humor, dass er schon in seiner Jugend von diesen Räumlichkeiten
gehört hatte. Eingehend auf die Präsentation des Buches
gab der Verleger zu verstehen wie glücklich sein Verlag
sei, dass jetzt auch wieder einmal ein Buch über einen Grün-Politiker
bei Molden herausgebracht wurde. Der österreichische Molden-Verlag
lege großen Wert darauf, ein weites politisches Spektrum
abzudecken und wichtige sowie wertvolle Gedanken und Ideen
zu und über Österreich als Information in Buchform zu verbreiten.
Naturgemäß findet Fritz Molden Medien wie Fernsehen, Radio
und Zeitungen sowie Magazine als alleinige Meinungsbildung
nicht ausreichend (wie recht er hat). Von der täglichen
Oberflächlichkeit, von den Headlines der Tages- und/oder
Wochenmedien zum Buch, wo immer noch Zeit und Platz bleibt
für Details und Hintergrundinformation, den wohl wesentlichsten
Bestandteilen als Voraussetzung um ein komplexes Meinungsbild
zu erhalten.
Nach dem Verleger Molden trat der Autor des
Buches ans Mikrophon. Mag. Christian Neuwirth erklärte kurz
wie es zum Buch kam und wie, aus seiner Sicht, die Interviews
mit Van der Bellen verliefen. Humorvoll zitierte der Autor
einen Standardsatz Van der Bellens, der sie während der
zahlreichen Interviews verfolgte ..... " Ich glaub' das
wird nix!" Für den Autor nicht gerade ermutigend die Zweifel
des Politikers. Dennoch hatte Neuwirth genug Selbstbewusstsein,
um das Buch fertigzustellen.
Nach diesen kurzweiligen Gedanken über die Entstehung
des Werkes trat Dr. Sieglinde K. Rosenberger ans Rednerpult
und erklärte vorweg, dass sie sich an die "20 Minuten-Grenze"(?)
halten werde, die man ihr genehmigt hatte. Aus verschiedenen
Sichtweisen betrachtet, gab sie ihre Eindrücke zum Buch
zum Besten. Unter anderem, dass Van der Bellen aus der Grünbewegung
eine Partei gemacht habe. Vieles erfuhr man in ihrer Analyse
des Buches und natürlich gleichzeitig über den Grün-Politiker,
außer privates - dieses ist in dem Buch nicht zu finden.
Vielleicht dann im nächsten Buch von oder über Alexander
Van der Bellen. Nur positives also aus dem Munde von Frau
Dr. Rosenberger, bis auf...... einen Fehler, den sie in
dem Buch (bezeichnender Weise über die "Recht(s)schreibung"!)
gefunden habe und sie stellte im Weiteren fest, dass Van
der Bellen einmal das bei den Gründen obligatorische und
nicht fehlen dürfende ......INNEN vergessen, oder halt nicht
verwendet habe. Daher war es auch nicht niedergeschrieben
worden. Neuwirth hatte die Originalinterviews für das Buch
verwendet.
Nach diesen 20 Minuten über die "Ansichten und
Absichten" des A. Van der Bellen, trat endlich die eigentliche
Hauptperson ans Mikrophon und dies war sicherlich, wie auch
zu erwarten, der interessanteste Moment an diesem Abend.
Der Professor, ein intellektueller, intelligenter, humorvoller,
sehr zurückhaltend wirkender Mensch und zugleich POLITIKER?
Ist so etwas überhaupt möglich? Van der Bellen vereint alle
diese Eigenschaften, und als typischen Politiker darf man
ihn ja auch keinesfalls wirklich bezeichnen. Etwas überrumpelt,
zu einem Buch über ihn selbst gekommen zu sein, erzählte
er dennoch geehrt, wie ihm Neuwirth die Idee zum Buch eröffnete.
Wie die Interviews verliefen und wie er, nicht so ganz vom
Erfolg des Werkes überzeugt war. Unterhaltend, ruhig und
einnehmend sprach er seine Bewunderung über die Hartnäckigkeit
des Autors und die Bereitschaft Moldens aus, das Buch zu
verlegen. Und Van der Bellen zeigte sich beeindruckt von
der Weise, wie Neuwirth seine Aussagen unverfälscht niedergeschrieben
hat. Der Bundessprecher der Grünen, Univ. Prof. Dr. Alexander
Van der Bellen, beendete seine Rede zum Buch nicht ohne
ebenfalls eine Bemerkung zum Veranstaltungslokal "Porgy
& Bess" zu machen, von dem er, wie Fritz Molden, auch schon
früher einmal gehört hatte. Van der Bellen ging dann auch
noch kurz auf die leise Kritik Rosenbauers ein er habe ....INNEN
nicht extra betont. Der Grünen-Chef bekannte seine "Unvollkommenheit"
in diesem Bezuge und entschuldigte sich ob seines "Versagens".
Bevor aber der Manager des Jazzlokals einige
Worte zur Geschichte des "Porgy & Bess& sprach, kam der
Chef des Molden-Verlages nochmals ans Mikro und kündigte
an, dass nun die Möglichkeit bestünde, das Buch "Alexander
Van der Bellen - Ansichten und Absichten" zu erstehen und
vom Grünen-Chef sowie dem Autor signieren zu lassen. Molden
endete aber nicht, ohne noch auf den von Frau Rosenbauer
erwähnten Fehler im Buch einzugehen und festzustellen, dass
in einem Buch in deutscher Sprache statistisch gesehen um
die 110 Fehler zu finden seien. Das Publikum quittierte
seine Aussage mit stürmischem Applaus.
Als letzter Redner kam der Manager des Lokals
"Porgy & Bess" zu Wort und gab einige Details um die Geschichte
des Hauses zum Besten. Ein Theater war es einmal, ein Musiklokal,
wiederum ein Theater, etc., dann war es ein Kino, aber eines
der besonderen Art, ein Sexkino, das bekannte Rondell. Und
wirklich, nach den Ausführungen des Chefs vom "Porgy & Bess"
sah man diese Räume in einem ganz anderen Licht, die Säulen
im Hauptsaal, die Galerie, die Bühne. Tja,.......wenn Gebäude
sprechen könnten. Nein, besser sie können es nicht. Nach
der Ankündigung der Jazzformation, die den Abend musikalisch
bereichern würde, verließ der Manager die Bühne, und es
folgte ein zügiger Umbau auf derselben.
Das Rednerpult mit Callastrauß wich Musikinstrumenten,
Verstärkern und Lautsprechern. Während Van der Bellen und
Neuwirth Bücher signierten, verwandelten die junge Sängerin
und ihre Begleitung mit gutem Jazz das "Porgy & Bess" von
dem gerade noch als "Vorlesungstheater" genutzten Raum wieder
in das Jazzlokal. Ein Beweis, dass die Räume dieses Gebäudes
auch heute noch sehr vielseitig verwendbar sind. Ursprünglich
sollte das Buch in Räumen des Parlamentes präsentiert werden.
Der Chef der Grünen lehnte diesen Vorschlag jedoch ab, da
er fand, dass die schon leicht spürbare Schwere des politischen
Buches, zusammen mit der Schwere, die in den Parlamentsräumlichkeiten
vorhanden ist, dann doch im Gesamten gesehen ein wenig zu
viel an Schwere hervorbringen würde! Eine sehr interessante
Präsentation - in einem außergewöhnlichen Rahmen! Eher überraschend
aufgefallen ist, dass keinerlei "Granden" der Grünen anwesend
zu sein schienen.
Von Johann
F. Janka am 22. 4. 2001
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