|
Ins Refektorium der Pfarre St. Michael in
der Habsburgergasse 12 im 1. Bezirk luden der Haymon Verlag
aus Innsbruck gemeinsam mit dem ORF zur Präsentation des
Buches >Himmel, Polt und Hölle< von Alfred Komarek.
Etwas nach 19.00 Uhr eröffnete der Verleger
des Haymon-Verlages, Dr. Michael Forcher, die Veranstaltung.
Dicht gedrängt lauschte das Publikum seinen Worten. Forcher
gab ein wenig über die Entstehung des Titels der Präsentation
"Haymon, Polt und Komarek zum besten und beteuerte, dass
die Hölle natürlich in keinster Weise mit Komarek gleichzusetzen
sei, dass aber Haymon besser zu Himmel passe,....Applaus
des Publikums! Nach diesen auflockernden Worten ging der
Verleger in erster Linie auf das neue Buch, nach "Polt muss
weinen" und "Blumen für Polt" den nun dritten Kriminalroman
von Alfred Komarek ein.
Danach gab er noch zur Entstehung des zweiten
Polt Filmes "Blumen für Polt" einige interessante Begebenheiten
von sich. So erwähnte er, dass der Polt Darsteller, Erwin
Steinhauer, sofort von dem Roman begeistert war und gemeinsam
mit der Team-Film in Zusammenarbeit mit dem ORF entstand
eine Koproduktion mit ARTE, nachdem die deutschen öffentlich-rechtlichen
Fernsehstationen, eine Zusammenarbeit wegen zu österreichlastig
und viel zu regional sowie "zu wenig schmissig(!)" ablehnten.
Dr. Forcher bedankte sich für deren Engagement bei Erwin
Steinhauer, Herrn Flemming von Team-Film, Dr. Mis vom ORF
und auch bei der NÖ-Landeswerbung, die wesentlich an der
Verwirklichung des Filmes beteiligt waren. Natürlich galt
sein Dank ganz besonders dem Autor des Buches Alfred Komarek,
war es doch dessen Idee, die derart simple Figur des Gendarmerieinspektors
Polt in einer zwar sehr anregenden und rau-romantischen,
aber doch eher einschichtigen Gegend ins Leben zu rufen.
Als zweiter Redner gab Dr. Heinrich Mis vom
ORF weitere Einblicke in die Entstehung der zweiten "Polt-Fernsehproduktion"
und erwähnte, dass in der Zeit nach Generalintendant Zeiler
nun auch Platz für (österreichische) Literatur wäre. Ganz
besonders stolz wäre man, das ARTE mitproduzierte, obwohl,
oder besser gesagt, gerade deshalb, weil die deutschen Sender
ablehnten. Im weiteren führte Mis aus, dass die Polt Filme
auch französisch synchronisiert wurden und würdigte den
Drehbuchautor und Regisseur Julian Pölsler, der auch maßgebend
am Erfolg der Produktion beteiligt war.
Nach der Rede von Dr. Mis kündigte Dr. Forcher
die Schauspielerin Louise Martini an, die für die Lesung
und Laudatio verantwortlich zeichnete. Ihre ersten Worte
waren ans Publikum gerichtet, sie ersuchte um etwas mehr
Ruhe von einem möglichen zukünftigen Polt-Fan, einem Kleinkind,
das während der Veranstaltung hie und da auf sich aufmerksam
machte.
Übrigens, weil das Kind während der Martini-Lesung
auch wieder einige Laute von sich gab, entfernte sich die
Mutter mit dem Kind aus dem Refektorium - wohlgemerkt ohne
Aufforderung von Frau Martini. Professionell wie erwartet
würdigte die Schauspielerin den Krimi-Autor. Unter anderem
war Komarek für "Polt muss weinen" der deutsche Glauser-Preis
verliehen worden. Von 183 eingereichten Kriminalgeschichten
ging der Österreicher Alfred Komarek als Preisträger dieser
begehrten deutschen Auszeichnung hervor. Außerdem erwähnte
sie, dass Komareks frühere Radiogeschichten demnächst auf
CD erscheinen würden.
Mit ihrer Lesung - Louise Martini trug das Kapitel
"Der Tod und das Mädchen" vor - zog die Schauspielerin das
Publikum in ihren Bann. Außer ihrer Stimme konnte man nichts
mehr vernehmen - den kleinen Erdenbürger hatte man ja bereits
nach draußen gebracht. Obwohl viele der Besucher nicht in
den Veranstaltungsraum hineinpassten, ja sogar draußen im
Hof standen, herrschte während des Vortrages absolute Stille
im Publikum. Nur Kameraleute zwängten sich fallweise durch
das eng aneinander stehende lauschende Publikum.
Nachdem der lange Applaus für Martini geendet
hatte, sprach nun endlich auch der Autor zu den Versammelten.
Auch er ging kurz auf den Titel der Präsentation ein und
verlor ein paar Worte über Himmel, Hölle, Komarek und Haymon.
Er dankte dem Verlag, dass er aus seinem Manuskript dieses
Buch entstehen ließ, hob die Leistungen von Pölsler (Regie)
und Faber (Kamera) hervor und entschuldigte sich bei Familie
Himmelbauer, von der auch der bei der Präsentation ausgeschenkte
Wein stammte, dass er sie in seinem Roman in "Höllenbauer"
umbenannt hatte.
Nach den Ausführungen von Alfred Komarek lud
Haymon-Verleger Dr. Michael Forcher alle Anwesenden ein,
die Köstlichkeiten aus dem "Schwarzen Kameel" zu probieren
und den Wein des "Höllen-/Himmelbauern" zu verkosten. Obwohl
man nach dem offiziellen Teil die Sessel aus dem mit beeindruckenden
Decken- und anderen Malereien versehenen Klosterspeiseraum
entfernt hatte, herrschte nach wie vor dichtes Gedränge.
Die Präsentation des Buches "Himmel, Polt und Hölle" hatte,
naturgemäß durch die Präsenz des ORF, mehr Besucher angelockt
als man hätte annehmen können. Die gute Stimmung, die Weinverkostung
und die Leckerbissen aus dem "Schwarzen Kameel" ließen die
Veranstaltung genüsslich ausklingen.
Wieder einmal hat der Haymon-Verlag mit Bravour,
gutem Gespür und vor allem mit Menschlichkeit aus einer
Buchpräsentation ein besonderes gesellschaftliches Ereignis
bereitet. Nicht die glatte Professionalität eines routinemäßig
geplanten Ablaufes von aneinandergereihten Programmpunkten
beeindruckt hier den Beobachter, sondern die Bodenständigkeit
des Verlages aus Tirol und dessen Mitarbeiter erfüllt den
Raum und funkengleich springt sie auf die Besucher der Veranstaltung
über und verbreitet eine mehr als freundliche und gemütliche
Stimmung. "Haymon, Polt und Komarek" - zweifellos ein ausnehmend
gelungener Abend in einem eindrucksvollen, nicht alltäglichen,
aber hervorragend zum Titel des Buches passenden Rahmen.
Von Johann
F. Janka am 22. 4. 2001
|