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Die Familie Geißbüchler veranstaltet jedes
Jahr auf ihrem Bauernhof Abenteuerwochen für Kinder in der
Ferienzeit. Als Fran Henz
Buchkritik.at anbot, zusammen mit Sabina Luger eine Lesung für
Kinder zu machen, lag es nahe, diese im Rahmen dieser Abenteuerwochen
zu veranstalten. Als Termin wurde der 25. August, ein Mittwoch,
vereinbart.
Der Wettergott war den Veranstaltern günstig
gesonnen, am Tag vorher und nachher regnete es, aber am 25. war
nur bedeckter Himmel zu sehen und die Temperaturen hielten sich
im annehmbaren Bereich. Die Lesung fand unter einem überdachten
Vorbau statt und wäre bei Regen zwar nicht direkt "ins
Wasser gefallen" aber so war es doch angenehmer. Die ländliche
Atmosphäre wurde durch zahlreiche Tiere, Pferde, Ziegen,
Gänse und ein Hund, rund um die Veranstaltung betont, die
sich dann auch noch verschiedentlich bemerkbar machen sollten.

Die Lesung begann Fran Henz mit einer Geschichte aus
Peggy Wehmeiers Buch
"Das
alte Buch Mamsell" über einen kleinen Baum, der
langsam erwachsen wurde. An einer Stelle sagt jemand zu einem
Hund "Bei Fuß!", worauf ein unter den Bänken
liegender Hund sofort mit einem verärgerten Murren reagierte.
"Nirgends hat man Ruhe heutzutage!", scheint er sich
gedacht zu haben. Danach las Sabina Luger eine von ihr selbst
geschriebene Geschichte aus der Anthologie "Gute
Nacht Geschichten" über einen Jungen der nicht zur
Schule gehen wollte vor. Fran Henz folgte wieder mit einer weiteren
Geschichte aus Peggy Wehmeiers Buch über die verschiedenen
Winde, die den Menschen bei ihren Problemen helfen wollen und
Sabina Luger schloss mit "Der 100. Ritter", einem Märchen
über ein Königreich, wo die Bewohner ihre liebe Not
mit dem Zählen hatten. Ein in der Tür des nahe liegende
Pferdestalls auftauchender Mann (der 100. Ritter?) sorgte dazwischen
für einen wütenden Proteststurm des Hundes und einer
Schar Gänse.

Fragen während und nach den Geschichten, wo richtige
Antworten mit Preisen belohnt wurden, sorgten für erhöhte
Aufmerksamkeit bei den meisten Kindern. Nur die erste Reihe mit
den Jüngsten wurde bald zunehmen unruhig, sie waren doch
noch zu jung, um sich etwa 1 Stunde auf die Lesung zu konzentrieren.
Zum Schluss gab es für alle zumindest ein kleines Geschenk
als Trostpreis für jene, die bei den Preisen leer ausgegangen
waren.

Die beiden Autorinnen hatten sich durch eine nicht
zu unterschätzende Geräuschkulisse durchzusetzen, Gänse
und der Hund meldeten pflichtbewusst immer wieder jeden Neuankömmling
lautstark und der im Sinne der Aufklärung tätige Ziegenbock
freute sich ebenso gut vernehmlich über jede gerade hinter
sich gebrachte Eroberung. Nur die Pferde zeigten wenig kulturelles
Interesse und machten sich bei Beginn der Lesung aus dem Staub.
Fran Henz und Sabina Luger mussten sich also durch
eine einigermaßen lebhafte Umgebung durchsetzen, schafften
es aber, ohne sich aus der Ruhe bringen zu lassen. Nach dieser
Härteprobe im Angesicht der lauthals auf sich aufmerksam
machenden Natur wird sie sicher auch in Zukunft nichts so leicht
verunsichern können.

Eine Lesung in nicht ganz alltäglichen Rahmen also,
wo aber schlussendlich die angenehme, entspannende Umgebung sich
insgesamt doch mehr positiv bemerkbar machte, als ihre akustischen
Begleiterscheinungen störten.
Von Alfred
Ohswald und Johann
F. Janka am 29. 8. 2004
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