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Christian Jacq
Paneb der Feurige
Stein der Lichts 3
(La Pierre de Lumière. Paneb L’ Ardent, 2000)

C. Bertelsmann
2001
Übersetzt von Gaby Wurster
448 Seiten
DM 46,-


Von Alfred Ohswald am 13.03.2001

  Noch immer ist die Nachfolge von Ramses II. nicht entschieden. Nach Merenptahs kurzem Zwischenspiel streben jetzt der schon betagte Sethos II. und Amenmesse. Diese Umstände begünstigen die Intrigen des Generals Mehi, der sie gegenseitig ausspielen will um selbst den Pharaothron zu erringen.
  Vor diesem Hintergrund wird die Bruderschaft der Handwerker in der „Stätte der Wahrheit“, die für die Errichtung der Pharaogräber zuständig sind, immer wieder in die Konflikte hineingezogen. Mehi gibt sich als ihr Beschützer, und versucht heimlich alles, um an der kostbarsten Schatz der Bruderschaft, den legendären „Stein des Lichts“, heranzukommen. Baumeisters Nefer und der alte Verwalter Kenhir haben alle Hände voll zu tun, um den überparteilichen Status und die besondere Stellung der Bruderschaft zu wahren.
  Paneb, Ziehsohn des Nefer, ist ein temperamentvoller Riese und bringt sich mit seiner Neigung, seine Konflikte handgreiflich zu lösen und Vorschriften nicht zu eng zu sehen, oft in Schwierigkeiten. Er will beginnen, an seinem Meisterwerk zu arbeiten, und dafür sind nicht nur hervorragende handwerkliche Fähigkeiten nötig.
  Zu allem Unglück gibt es in der Bruderschaft einen Verräter, der sich von Glanz des Goldes Mehis blenden ließ. Er sucht für seinen Herrn das Versteck des Stein des Lichts und scheut dabei keine Mittel.
 
  Jacqs 5bändige Romanbiographie von Ramses dem Großen war ein Bestseller und so lag es nahe, weitere Bücher zum Thema zu schreiben. Mit der „Stein des Lichts“-Reihe widmet er sich den Nachfolgekonflikten nach dem Tod von Ramses. Seine Protagonisten sind die Handwerker im Tal des Todes in Theben.
  Jacq ist ein bekannter Ägyptologe, und kennt darum die Materie, über die er hier schreibt. Als historischer Roman ist das Buch aber bestenfalls Durchschnitt. Vor allem seine Figuren sind extrem einfallslose und eindimensionale Charaktere ohne den geringsten Tiefgang. Gut und Böse und Charakterzüge sind extrem klischeehaft dargestellt. Paneb z. B. ist ungeheuer stark, ehrlich, ein zärtlicher Liebhaber usw. Mehi dagegen ist grenzenlos verschlagen, rücksichtslos und ein grober, gewalttätiger Liebhaber. Superman und Lex Luthor sind da wahre Wunder an Vielschichtigkeit dagegen.
  So ist die eigentliche Nebenhandlung mit den historisch überlieferten Personen über weite Strecken mit Abstand der interessantere Teil. Jacq hätte ein populärwissenschaftliches Buch schreiben sollen, und sich und uns seine Rahmengeschichte ersparen können.

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