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Gerorge Tremlett
David Bowie
Die Biographie
(1995)

VGS
1995
Übersetzt von Thomas Hag
336 Seiten
DM 19,90


Von Alfred Ohswald am 24.02.2001

  David Bowie gehörte zwar nicht zur ersten Generation englischer Rock- und Popstars und wurde erst in den 70ern zum Star, dann entwickelte es sich allerdings zu einer der schillernsten Figuren in diesem ohnehin an abgefahrenen Typen nicht armen Geschäft. Mit nur einem einzigen Hit (Space Oddity, 1969) gelang es ihm und seinem damaligen Manager ihn allein mit dem Aufbau eines schrillen, bi-sexuellen Image mit Hilfe der Medien zum Superstar hochzupushen. Dabei wurden auf der einen Seite aberwitzige Summen für einen luxuriösen Lebensstil ausgegeben, auf der anderen Seite hatte Bowie selten das Geld für Zigaretten.
  Aber Bowie hatte neben allen Medientricks auch musikalische Substanz und entwickelte sich auch bald zum beinharten Geschäftsmann. So produzierte er manches Mal Alben mit neuen, innovativen Ansätzen, ohne auf den kommerziellen Erfolg Rücksicht zu nehmen. Aber danach kam unweigerlich ein Hitalbum, mit dem er gewaltige Millionensummen einfuhr.
 
  Tremlett widmet sich der Biographie Bowies mehr von der Seite seiner musikalischen und wirtschaftlichen Karriere. Er schreibt natürlich auch über sein Privatleben, relativiert aber oft die zahllosen, absurden Geschichten, die über Bowie im Umlauf sind. Vieles hat Bowie oder sein Manager selbst in Umlauf gebracht, um das Superstarimage zu fördern. So erfährt man viel über die absurden wirtschaftlichen Umstände in den 60ern und 70ern mit ihren oft halbseidenen Managern, die eher Goldgräbern glichen als seriösen Beratern.
  Bowies zwiespältige Persönlichkeit wird hier deutlicher, als durch die ganzen verrückten Gerüchte, bei denen man sich nie über den Wahrheitsgehalt klar sein kann. Der Einfluss seines älteren Halbbruders der lange Jahre in einer Psychiatrischen Klinik verbrachte und Bowies Angst vor diesem in seiner Familie häufig vorkommenden Wahnsinn. Sein schwieriges Verhältnis zu Frauen. Auf der einen Seite schleppte er alles ins Bett, was ihm über den Weg lief, aber er hielt lange absolut nichts von Liebe.
  Bowie war eine der einflussreichsten Künstler in der Rock- und Popmusik und ist auch als Mensch eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Gründe genug um eine interessante Biographie zu liefern und Tremlett hat eine passende, ausgewogene Form gefunden, ohne sich im Gestrüpp der Gerüchte und Legenden zu verirren.

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