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Otto Soyka
Die Traumpeitsche
(1921)

Suhrkamp
1995
192 Seiten
DM 14,80 öS 110,-


Von Alfred Ohswald am 09.12.1999

  Erich Imras genialer Freund Ernst Haran wird durch eine verschmähte Liebe zur Erfindung vom die menschlichen Träume beeinflussenden Drogen getrieben. Doch als ihm dies gelingt, wird er selbst das erste Opfer und zieht bis zu seinem baldigen Tod die perfekte Liebe in seinen Träumen der realen vor. Imra tritt sein Erbe an und forscht weiter.
  Doch bald droht ihm ein ähnliches Schicksal, denn er verliebt sich ebenfalls. Diese junge Schauspielerin wendet sich aber von ihm ab, sobald sie erfolgreich wird und Zugang zu besseren gesellschaftlichen Kreisen bekommt. Als ihr der ehemalige Liebhaber dabei zu sehr lästig wird und sich nicht von ihr trennen will, inszeniert sie mit ihrem neuen Favoriten, dem erfolgreichen Unternehmer Palm, einen Hinterhalt. Imra wird durch erkaufte Zeugenaussagen der Gewalttätigkeit gegenüber seiner ehemaligen Geliebten beschuldigt und angezeigt.
  Nun beginnt Imra seine mächtige Waffe, die Droge, zu benutzen, um dieser Gefahr zu entgehen. Doch gleichzeitig beginnt er, von einem pathologischen Gerechtigkeitssinn besessen, den Kampf gegen alle Ungerechtigkeiten der Welt. Die Droge stellt sich als überaus mächtige Waffe heraus, doch in Palm hat er einen mindestens ebenso gefährlichen Gegner.
 
  Der kurz nach dem 1. Weltkrieg entstandene Roman bietet ein eindrucksvolles Gedankenexperiment. Der österreichische Autor schreibt angenehm temporeich aber auch in einer für diese Zeit ziemlich typischen Art. Manchmal erinnerte mich der Erzählstil zb. etwas an H.P.Lovecraft, obwohl die Geschichte selbst ganz anders ist. Soyka ließ sich unter anderem möglicherweise auch von damals gerade im deutschsprachigen raum populär werdenden Autoren E.T.A.Hoffmann oder Edgar Allen Poe beeinflussen. "Die Traumpeitsche" war zu seiner Zeit auch sehr erfolgreich und erlebte einige Auflagen. Heute ist der Autor aber zu Unrecht ziemlich in Vergessenheit geraten.

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