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Greg Bear
Slant
(Slant, 1997)

Heyne
2001
685 Seiten
DM 19,90


Von Till Westermayer am 21.01.2001

  Ein Buch, das im selben Universum wie „Moving Mars“ („Heimat Mars“) angesiedelt ist, allerdings wohl ein paar Jahre früher (Oder doch einfach nur in einer ein bißchen verschobenen Welt? So klar wird das nicht). Wir befinden uns in Amerika, irgendwann im endenden 21. oder beginnend 22. Jahrhundert und schauen sechs Hauptfiguren über die Schulter:
  Jack Giffey kommt nach Green Idaho (eine mehr oder weniger unabhängige Republik, die nichts mit Nanoware zu tun haben will) und hat einen grandiosen Plan.
  Die Sexdienstleisterin Alice Grale hat mal wieder einen Auftrag - allerdings nur für den Mentalhintergrund eines Yox.
  Der Chefingenieur Nathan Rashid unterhält sich mit Jill, dem von ihm überwachten Denker.
  Der Mentaltherapeut Martin Burke erhält unerwarteten Besuch in seiner Praxis.
  Mary Choy arbeitet seit drei Jahren für das Police Department Seattle und ist gerade dabei, ihre Körpertransformation rückgängig zu machen. Und kriegt ihren ersten richtig harten Fall.
  Jonathan Bristow hat eine glückliche Familie und ist beruflich erfolgreich. So scheint es zumindest.
  Sechs parallele Handlungsstränge, die nach und nach zusammenfinden - immer wieder unterbrochen von collageartigen Elementen. Wir lernen eine Welt kennen, in der Nano-Monitore zur Behandlung von medizinischen und psychischen Problemen genauso wie zur Körpertransformation eingesetzt werden. Die Arbeit wird von intelligentem Nano, mehr oder weniger intelligenten Computern und Denkern und autonomen »Arbeitern« gemacht. Wer
 es sich leisten kann, verbringt die Zeit im Yox und auf realen und virtuellen Parties. Die Welt ist perfekt. Manchen ist sie zu perfekt. Und manchen nicht perfekt genug.
 
  Slant ist kein literarisches Meisterwerk - aber unterhaltsam und spannend genug, um die 685 Seiten auf einmal durchzulesen. Die von Greg Bear beschriebene Welt wirkt plausibel, es gibt eine ganze Menge gut ausgeführter und plausibel ineinandergewobener Extrapolationen einer
 Zukunft, in der Nanotech und ein unvorstellbar umfassend (und kommerziell) gewordenes Internet zu den bestimmenden Elementen geworden sind. Wer in „Moving Mars“ den auf der Erde spielenden Teil zu kurz fand, wird hier reichhaltig entschädigt - auch wenn die Charaktere in /Slant/ nicht ganz so interessant sind wie die Menschen in „Moving Mars“.
 
 Übrigens:
  Nett ist die Tatsache, dass Heyne die beiden Bücher tatsächlich mal in sehr schön aufeinander abgestimmten Designs herausgebracht hat - wer „Heimat Mars“ gesehen hat, wird sich vielleicht noch an die in marsrosa gehaltene Szene einer Bahnstation erinnern, mit der Heldin vorne rechts im Bild. „Slant“ hat das selbe Titelbild, nur in himmelblau und mit etwas anders aussehenden Eisenbahnwagen und einer anderen Heldin ...

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