Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
Michael Maurer
Geschichte Englands
(1997)

Reclam
2000
403 Seiten
DM 68,-


Von Alfred Ohswald am 22.01.2001

  Maurer bietet einen Überblick der Geschichte Englands vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Sein Hauptaugenmerk gilt der politischen und wirtschaftlichen Geschichte, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen finden aber durchaus auch Erwähnung, aber manchmal in eher knapper, zusammengefasster Art. Die Geschichte vor dem Mittelalter, was in erster Linie die Kelten- und Römerzeit betrifft, wird nicht berücksichtigt und die Nachkriegsgeschichte (nach 1945) wird auch ziemlich knapp behandelt.
  Wer sich an diesem kleinen Manko nicht stört, findet in dem flott geschriebenen Buch eine kompetente Darstellung der Materie auf dem Stand der heutigen Wissenschaft. Auch die wissenschaftliche Kontroversen werden, wenn auch nicht in aller Ausführlichkeit, beschrieben. Sonst beschränkt sich Maurer auf die momentan mehrheitlich akzeptierten Ergebnisse. Das ist bei einer Gesamtdarstellung einer so umfangreichen Materie in einem Buch dieses Umfangs aber auch nicht möglich.
  Die einzelnen Abschnitte beginnen immer mit einer knappen, die Hauptereignisse kurz anführenden Chronik. Dann folgen einzelne Kapitel mit den politischen Ereignissen, wie alles rund um die Herrscher und ihre Konflikte, Kriege, Nachfolgeprobleme usw. Ein Kapitel mit der Entwicklung von Justiz, Wirtschaft und Gesellschaft schließt sich daran an. Eine sehr gute Lösung, wenn man das Buch auch oder nur als Nachschlagwerk benutzen will.

Von Bruno Hopp am 11.06.2001

  Die Grundlagen der englischen bzw. britischen (!) Geschichte werden detailreich mit ihren Bezügen zur skandinavischen, später der europäischen Geschichte dargestellt. Von den frühen Anfängen der Megalithkulturen über die vorrömische Zeit (Danelag) bis zur Gegenwart. Die politische Geschichte spielt eine vorrangige Rolle - sehr schön werden die verschiedenen Einwanderungswellen, die dauernde Einflußnahme der Kirchen und die Ausformung der politischen Organisation aufgezeigt. Kunst, Literatur, Sprache sind innerhalb der jeweiligen epochenbezogenen Kapitel mit eigenen Abschnitten vertreten. Dem historisch interessierten Laien wird es so leichtgemacht, die Zusammenhänge leichter nachzuvollziehen. M. Maurer gelingt es, ein Gesamtbild der Entwicklung zur Nation farbenfroh und detailliert aufzuzeigen.
  Ob die politischen Händel adliger Familien, elementare Dokumente politischer Willensbildung wie die berühmte 'Magna Carta' oder die Aspekte einer selbstbewußten, wertkonservativen Regierung unter Margaret Thatcher ("the milk-snatcher"): Maurer liefert beständig grundsolides Basiswissen.
  Läßt der Autor auch manche Feinheit aus - die britische Hauptstadt vorrömischer Zeit: das spätere "Camulodunum" der Römerzeit und heutige Colchester nordöstlich von London wird auf Seite 12 gerade einmal im Buch erwähnt - so erfüllt Maurer doch voll und ganz den Anspruch, die Grundzüge britischer Entwicklung aufzuzeigen. Die jüngste Zeit endet im Buch mit der ersten Amtsperiode von PM Tony Blair, zur Drucklegung war der zweite Wahlerfolg der Labour Party in Folge nur erst zu ahnen. Entscheidende Impulse - etwa die aktuellen Bestrebungen nach mehr Autonomie in Wales und Schottland oder der Dauerkonflikt mit Nordirland sind bei aller Kürze sehr klar dargestellt.
 
  Kurz: trotz geringer Kritik ein sehr wertvolles Buch über die Grundzüge britischer Geschichte. Der Autor hat wissenschaftliches Faktenwissen, reiches Quellen- und Bildmaterial sehr anschaulich und in höchst ansprechender Weise zu einem sehr lesenswerten Buch zusammengestellt.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.