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Eveline Hasler
Aline und die Erfindung der Liebe

Nagel&Kimsche
2000
232 Seiten
DM 36,-


Von Claudine Borries am 01.01.2001

  In dem vorliegenden biographischen Roman wird das Leben der Aline Docummon erzählt, verheiratete Rosenbaum, später bekannt unter dem Schriftstellernamen Valangin. Geboren 1889, gutbürgerlicher Herkunft, ist sie von der Mutter zu einer pianistischen Karriere ausersehen gewesen. Sie jedoch geht einen anderen Weg: sie wird die Frau eines später renommierten jüdischen Anwalts mit Namen Wladimir Rosenbaum in Zürich.
  Die ganze Geschichte rankt sich um ein schönes, altehrwürdiges Haus, La Barca, im Tessin. Ein anderer Teil ereignet sich in Zürich.
  Der erste Weltkrieg mit seinem Wahnsinn treibt die ersten Emigranten in die Schweiz. Künstler und Dichter gehen bei den Kulturabenden im Hause der Rosenbaums in Zürich ein und aus. Darunter sind bekannte Namen wie Robert Musil, Joseph Roth und Elias Canetti. Wir begegnen Künstlern und Dichtern wie Max Ernst, Ignazio Silone, Hans Arp und vielen anderen aus der Zeit der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Auch C.G.Jung, der Psychoanalytiker, hat seinen Teil in der Geschichte.
  Das Ehepaar Rosenbaum wählt ein freizügiges Leben; beide haben Affären, tolerieren alles,-- hängen aber unverbrüchlich aneinander.
  Die Zeit damals war bewegt, revolutionär in seinen Erneuerungen in Kultur und Lebensformen, voller Inspiration für Dichtung, Malerei, Tanz und Theater. Dass sich daneben politische Umwälzungen erheblichen und unguten Ausmaßes in Deutschland, Italien und Spanien ankündigten, der aufkommende Faschismus, kann in keiner Beschreibung aus jener Zeit unerwähnt bleiben. Die Auswirkungen sind auch in diesem Roman ein Thema. Die Wirren des zweiten Weltkriegs und die Verfolgungen des dritten Reichs in Deutschland lassen eine Flut von Emigranten den Weg des Züricher Ehepaares und seiner Freunde kreuzen.
 
  Lebendig ersteht vor uns eine Welt, an die sich manche noch erinnern werden, die voller Spannung und Aufregung war, und die nun doch schon Vergangenheit ist.
  Da im Anhang eine lange Bibliographie aufgeführt ist, kann man davon ausgehen, dass viele Personen der Wirklichkeit entstammen und die Geschichte selbst auf wahren Begebenheiten beruht.
  Es ist ein anregender, unterhaltsamer, liebenswerter und wirklichkeitsnaher Roman. Ich finde das Buch sehr lesenswert.

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