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Thomas Mofolo
Chaka Zulu
(Chaka, 1925)

Unionsverlag
2000
Übersetzt von Peter Sulzer
378 Seiten


Von Alfred Ohswald am 30.12.2000

  Der unter schwierigen Bedingungen aufgewachsene Häuptlingssohn Chaka weckt als junger Mann durch seinen Mut den Neid der anderen Männer und er ist sogar gezwungen, zu fliehen. In der Steppe begegnet er am Ende seiner Kräfte einem geheimnisvollen, mächtigen Medizinmann, der ihm verspricht, ihm bei der Erlangung der Häuptlingswürde zu helfen. Doch der Preis dafür ist hoch, denn Chaka wird unter dem Einfluss des Zauberers immer mehr zur unmenschlichen, mörderischen Bestie ohne Gewissen. Chaka nimmt das gerne gegen die Erlangung von immer mehr Macht in Kauf. Er wird schließlich auch der oberste Häuptling und errichtet durch ständige Kriege das riesige Zulureich.
 
  Mofolo hat mit diesem Buch den wohl den ältesten historischen Roman eines Schwarzafrikaners geschrieben und beeinflusst deren Literatur bis heute. Der tiefgläubige Christ Mofolo hat sich zwar oft zugunsten seiner Vorstellungen bewusst nicht an die historischen Tatsachen gehalten, und vieles war damals noch nicht bekannt. Trotzdem kommt er der historischen Figur wohl näher, als die meisten der zahlreichen Romane über ihn, die aus politischen Gründen Chakas Leben nach ihrer jeweiligen Ideologie zurechtbogen.
  In Chaka kann man zahlreiche bekannte Themen aus der europäischen Kultur, vor allem der Bibel, finden. Es ist aber nichtsdestotrotz eindeutig afrikanische Literatur. Dem Übersetzer Peter Sulzer ist eine hervorragende Arbeit gelungen und er zeigte immer das richtige Gespür dafür, was in welcher Weise ins Deutsche übertragen werden soll. So bleibt der besondere Reiz der bildhaften Sprache und den uns fremden Sprachbilder. Entweder er erklärt sie in einer Fußnote, oder übersetzt sie passend und zeigt die wörtliche Übersetzung in der Fußnote. Oft ist es nicht so schwer, sie zu verstehen. Wo er „Auf Schusters Rappen“ übersetzt, lautet die wörtliche Übersetzung „auf dem Pferd des Pflanzers“.
  Wer gerne ein schwarzafrikanische Gegenstück zur Arthus-Sage kennen lernen will, ist mit diesem Roman goldrichtig. Und es ist auch noch sehr gut geschrieben.

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