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Kurt Lanthaler
Herzsprung
Ein Tschonnie Tschenett-Roman
(1995)

Diogenes
2000
282 Seiten
€ 8,90


Von Alfred Ohswald am 28.12.2000

  Tschenett, ehemaliger Seemann und jetzt Fernfahrer, packt nach einer ruhigen Zeit in einem abgelegenen Südtiroler Tal, wieder das Reisefieber. Nach einem nicht sonderlich gelungenen Abschied macht er sich auf die Reise und gabelt bald einen kurzen Job auf. Er soll eine offensichtlich nicht ganz astreine Tour in die Schweiz und wieder zurück nach Italien machen. Doch am Ende der Reise klappt etwas nicht recht, und die Sache endet mit einem im Laderaum gefesselten Polizisten und dem Tschenett auf der Flucht.
  Ein alter Schmuggler bringt ihn über die Berge raus aus Italien und er landet bald danach bei einer Schweizer Spedition. Bald beschleicht ihn der Verdacht, dass auch hier nicht alles rechtens abläuft. Und als er einen alten Bekannten in der Nähe Berlins trifft, der mit dieser Firma zusammenarbeitet, erfährt er, dass es sich um Zigarettenschmuggel im Großformat handelt. Und wo sehr viel Geld verdient wird, weht ein harter Wind.
 
  Der dritte Roman über den Gelegenheitsfernfahrer Tschenett braucht ziemlich lange, bis er bei der Haupthandlung landet. Bis dahin reitet sich die Hauptfigur immer tiefer in Schwierigkeiten hinein. Schlussendlich besteht sein Sieg nur mehr im Überleben und nicht in der Aufklärung eines Kriminalfalles.
  Dem Glossar nach, scheint der Autor selbst einige der geschilderten Umstände sehr gut zu kennen. Lanthaler schafft es, für jeden der Handlungsorte ein ganz spezifisches Lokalkolorit zu erzeugen. Die Mischung zwischen dem scheinbar einem Film-Noir entsprungenen Helden und einem alternativen Reiseführer macht einen beträchtlichen Reiz des Romans aus. Man sollte sich von der meiner Meinung nicht gerade glücklichen Bezeichnung für diese Krimireihe nicht täuschen lassen, die zumindest mich eher seichte Blödlerei erwarten ließ. Es passiert einem deutschsprachigen Krimiautor schließlich nicht allzu oft, dass seine Bücher als Hardcover (Haymon) und Taschenbuch (Diogenes) verlegt werden. Lanthaler ist es wirklich zu gönnen.

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