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John Irving
Eine Mittelgewichts-Ehe
(The 158-Pound Marriage, 1974)

Diogenes
1986
Übersetzt von Nikolaus Stingl
278 Seiten
DM 16,90 öS 123,- sFr 16,90


Von Alfred Ohswald am 25.12.2000

  Zwei Paare aus der gebildeten Mittelschicht in einer kleinen Universitätsstadt Amerikas versuchen den Partnertausch im gegenseitigen Einverständnis. Es geschieht mit einer sehr toleranten Einstellung und niemand soll sich dabei im geringsten verletzt vorkommen. Doch die Gefühle bei einer Partnerschaft und vor allem Sexualität sind nicht so leicht intellektuell zu bändigen und die bald auftretenden Spannungen führen auch unweigerlich zu einem irgendwann bevorstehenden Konflikt.
 
  Die Haupthandlung dieses Romans ist schnellerzählt. Aber Irving wäre nicht er selbst, würde er sich nicht ausgiebig der Vorgeschichte der vier Protagonisten zuwenden. Aber es klafft eine eigenartige Lücke in der Handlung, zwischen dieser Vorgeschichte du dem ebenfalls detailliert erzählten, langsamen Scheitern der Viererbeziehung. Man erfährt fast nichts über das Zustandekommen des Partnertausches.
  „Eine Mittelgewichts-Ehe“ kann sich zwar nicht mit Irvings Meisterwerken, wie „Owen Meany“ oder „Hotel New Hampshire“ messen, aber sein Geschick, überaus außergewöhnliche Lebensgeschichten und absurde Situationen zusammenzufabulieren, ist auch hier zur Freude seiner Fans und aller, die es noch werden wollen, in ausgeprägter Form zu finden. Aber manches Mal scheint es, dass bei Irivings Büchern Umfang und Qualität Hand in Hand gehen, desto dicker desto besser.
  Ich möchte auch einmal ausdrücklich dem Diogenes-Verlag für die Wahl ihres Umschlagbildillustrators Edward Gorey gratulieren. Seine Zeichnungen für Irvings Bücher bringen allesamt den Inhalt derart treffend in einem Bild zum Ausdruck, wie man es sonst nur selten bei einem Buchcover finden wird.

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