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Michel Houellebecq
Ausweitung der Kampfzone

Rowohlt
2001
176 Seiten
DM 10,-


Von Volker Frick am 15.12.2000

  Houellebecq ist namentlich feuilletonistische Skandalnudel gewesen, in Frankreich. Sein jüngster Roman ist soeben auf deutsch erschienen. Aber wenden wir uns seinem Erstlingsroman "Ausweitung der Kampfzone" zu. Mir gefiel zuvörderst der Titel in diesen Zeiten der Schröderära. Houellebecq legt den Finger in die Wunde des Politischen.
 
  Ein Typ, der als EDV-Mann arbeitet, und darob reist ein Produkt zu preisen, zu verkaufen, zu installieren. Aber es interessiert ihn überhaupt nicht. Er verdient Geld, aber es interessiert ihn überhaupt nicht. Und seinen Kollegen, der ihn begleitet, überredet er zu einem Mord, dessen Ausführung aber nicht stattfindet, aber das interessiert ihn überhaupt nicht. Alles Zufall, und inhaltsleere Zombies allerorten. So sieht das aus.
 
  Houellebecq ist rigider Moralist, allein das macht ihn zum Sympath. Und des Protagonisten Überlegung während eines 'nightclubbing', ob den nun er sich einen runterholen oder kotzen soll, steht sehr alternativlos im Raum. Das fünftausend Jahre alte Konzept des Ich, des Ego, des Individualismus führt natürlich in diesen modernden Zeiten zum alltäglichen Schlachthof.
  Michel Houellebecq über das Schreiben: "Legen Sie den Finger auf die Wunde und drücken Sie so fest es geht. Halten Sie sich an die Themen Krankheit, Agonie, Hässlichkeit. Reden Sie vom Tod... Seien Sie richtig gemein, dann sind Sie wahr..."

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