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Ernst Molden
Das Nischenviech

Deuticke
2019
176 Seiten
ISBN-13: 978-3552063938
€ 20,-


Von Alfred Ohswald am 08.02.2019

  Ernst Molden, Sohn des zumindest in Österreich bei der älteren Generation berühmten Fritz Molden, hat sich einen Namen als Journalist, Schriftsteller und noch mehr als Musiker gemacht. In seinem aktuellen Buch „Das Nischenviech“ sind seine Kolumnen für das Magazin „Universum Magazin“ enthalten.
  Es ist jeweils gut eine bis knapp zwei Seiten eine Anekdote, ein persönliches Erlebnis über jeweils ein (mit ganz wenigen Ausnahmen) heimisches Tier. Es sind Geschichten eines Naturliebhabers mit ausgesprochen literarischen Talent, ein wenig in der Tradition unseres Haus- und Hof-Nobelpreisträgers Konrad Lorenz, der auch gerne persönliche Erlebnisse in seinen Büchern zu Papier brachte. Natürlich mit mehr biologischen Kenntnissen aber weniger literarischer Formulierkunst.
  Obwohl durchaus einige biologische Kenntnisse beschrieben werden, ist das Buch wohl eher für Natur-Liebhaber und Kurzgeschichten-Genießer als an naturwissenschaftlichen Fakten interessierte gedacht. In guter österreichischer Tradition kommt natürlich auch der Humor nicht zu kurz. Und aufgrund der Kürze der einzelnen Geschichten ist es auch ein perfektes Geschenk für Wenig-Leser und als sogenannte „Klo-Lektüre“ (bei ? bitte googeln). Ab und an erfährt man auch Dinge abseits der strenge Wissenschaft, etwa warum Feuerwanzen im Volksmund auch als „Schusterkäfer“ bekannt sind. Und allein die Metapher vom grob arbeitenden Bleistiftspitzer beim Anblick eines vom Biber gefällten Baumes sollte ein geeignetes Beispiel für Moldens literarisches Können sein.
  Die Spanne reicht übrigens vom gewaltigen Grizzly über die nicht wasserscheue Ringelnatter, den - natürlich – schlauen Fuchs, die sekkante Gelse, den hinterhältigen Kuckuck, den schönen Zitronenfalter, ja selbst die typisch wienerischen Fiakerpferde (nicht zu verwechseln mit dem Grünen Heupferd!), den seltenen und beeindruckenden Schwarzspecht, die nächtliche Schleiereule, die mit einwandfreien Sehvermögen ausgestattete Blindschleiche, den früher noch angeblich brennenden Feuersalamander, die massenhaften Stare, den stinkdrüsenbewehrten Weberknecht, den königlichen Hermelin, den reiselustigen Aal, und natürlich darf neben noch zahlreichen anderen die lorenzsche Graugans nicht fehlen. Auf der anderen Seite fehlen recht prominente Bewohner Österreichs, nirgends ist Rotwild oder Wildschweine zu finden, ebenso fehlen Dachs, Sperling oder Hornisse. Es ist also eine ausgesprochen subjektive Auswahl.

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