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Christoph Güsken
Der Untergang des Hauses K.

grafit
2001
190 Seiten


Von Andreas Rüdig am 04.02.2019

  Heiko Gerling stirbt bei einem Verkehrsunfall, den sein Freund und Arbeitskollege Gert Karnap mitverursacht hat. Der überlebende Starjournalist zieht sich daraufhin auf das platte Land zurück und beginnt dort ein neues Leben.
  Eine eingemauerte Leiche, ein Maler, der von den Geschichten von Edgar Allan Poe besessen ist, düstere Familiengeschichte und ein Serienmörder machen ihm dort aber das Leben schwer.
  
  Da der amerikanische Kultautor nur am Rande vorkommt und auf seine Schauergeschichten nur am Rande vorkommen, wirken die Bezüge zu ihm eher konstruiert. Zum Ende hin gewinnen Dr. Jekyll und Mr. Hyde von Robert Louis Stevenson an Bedeutung.
  Die gut konstruierte Geschichte weist diverse Elemente des klassischen Kriminalromans auf und unterscheidet sich doch.
  Orte und Personen der Handlung sind überschaubar. Ereignisse aus der Vergangenheit beeinflussen die Gegenwart; in der klassischen Form von Tagebucheinträgen sind sie eingeschoben. Aus persönlichen Gründen ist der ermittelnde Polizeikommissar von der Idee besessen, einen Serienmörder fassen zu müssen; demgegenüber hält sich der betroffene Journalist auffallend zurück. Das Ende ist actionreich.
 
  Güskens literarisches Talent ist in diesem Werk deutlich spürbar. Atmosphärisch dicht wird hier der kriminalliterarische Dreisprung Aufgabenstellung - Ermittlungsarbeit - Präsentation der Lösung dargeboten. Der erfahrende Leser hat durchaus die Möglichkeit, selbst den Täter zu "ermitteln".
  Aufgrund der psychologisch anmutenden Ausrichtung wird aber auch verhältnismäßig anspruchsvolle Unterhaltung geboten. In dieser Form ist es - zumindest für deutschsprachige Kriminalliteratur - ungewöhnlich. Wer sich darauf einläßt, hält aber gut gemachte Unterhaltung in den Händen.

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