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Adrian Tchaikovsky
Die Kinder der Zeit
(Children of Time, 2015)

Heyne
2018
Übersetzt von Birgit Herden
672 Seiten
ISBN-13: 978-3453318984
€ 15;99


Von Alfred Ohswald am 19.12.2018

  Die Menschheit beginnt sich über das Sonnensystem hinaus auszubreiten und startet in benachbarten Sonnensystemen Terraforming-Projekte. Um eines davon geht es hier, allerdings ist dabei einiges schief gegangen. Eigentlich sollten Affen auf einem Planeten angesiedelt und mit einem Virus infiziert werden, der die Evolution zu einer intelligenten Spezies anstoßen und beschleunigen soll. Durch einen Terroranschlag werden nicht die Affen, sondern nur der Virus auf der bereits mit einiger Flora und Fauna besiedelten Ersatzerde ausgesetzt. Und es kommt zur Infektion ausgerechnet von Spinnen durch das Virus, was ihre Entwicklung deutlich beschleunigt.
  Tausende Jahre später – die Menschheit hat sich inzwischen einmal fast völlig ausgerottet – ist ein riesiges Raumschiff als Arche mit vielen der letzten Menschen unterwegs zu dem System mit den in ihrer Evolution zu einer intelligenten Zivilisation bereits etwas fortgeschrittenen Spinnen unterwegs, das jedoch einen zwar ziemlich verrückten aber auch sehr mächtigen Beschützer hat.
 
  Adrian Tchaikovsky scheint eine gewisse Neigung für Insekten zu haben, bereits im zweiteiligen „Die Schwarmkriege“ (Deutschsprachig nur mehr antiquarisch erhältlich) spielen sie die Hauptrolle. Wer Vernor Vinges „Eine Tiefe am Himmel“ kennt und mag, wird hier wahrscheinlich wegen der intelligenten Spinnen ein Déjà-vu erleben. Allerdings hat sich Tchaikovsky eindeutig mehr in die Materie eingearbeitet, so dass seine Spinnenzivilisation deutlich detaillierter und mehr nach wissenschaftlichen Kriterien ausgearbeitet ist. Natürlich gibt es da den einen oder anderen Punkt, der bei genauer Betrachtung seine Schwächen hat, aber es handelt sich schließlich um einen utopischen Roman.
  Trotz alledem bleibt „Die Kinder der Zeit“ ein höchst spannender Science-Fiction-Roman, dessen Handlung immer zwischen der fortschreitenden Spinnenzivilisation und den Resten der Menschheit in der durch das All irrenden Arche hin und her springt. Zweifellos einer wenn nicht der beste SF-Roman des Jahres und für Fans des Genres uneingeschränkt zu empfehlen.
  Das Ende lässt übrigens ziemlich wahrscheinlich eine Fortsetzung erwarten.

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