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Jeff Lemire / Dean Ormston / Dave Steward
Vergessene Helden
Black Hammer 1

Splitter
2018
Übersetzt von Katrin Aust
184 Seiten
ISBN-13: 978-3962190811
€ 19,80


Von Alfred Ohswald am 30.09.2018

  Eine Gruppe von Superhelden hat es nach dem finalen Kampf mit „Anti-Gott“ in eine Parallelwelt verschlagen. Dort kann sie sich nur in einem begrenzten Umfeld rund um die von ihnen bewohnte Farm bewegen. In diesem Umfeld befindet sich auch eine bewohnte Kleinstadt, die sie ebenfalls aufsuchen können. Die dortigen Bewohner haben allerdings keine Ahnung von ihren Kräften.
  Ihre Gruppe setzt sich aus teilweise sehr unterschiedlichen Charakteren zusammen, da ist der schon in die Jahre gekommene Abe, ein Colonel, einst eine Art Flash Gordon, der in Zwischenwelten herumgeistert, eine sehr mächtige Hexe, ein junges Mädchen mit Superkräften, ein Roboter, ein Krieger vom Mars und der bei dem Kampf getötete Titelheld „Black Hammer“, der aber schon sehr stark an Marvels „Thor“ erinnert. Und das Zusammenleben dieser bunten Truppe geht natürlich nicht friktionslos über die Bühne.
 
  Jeff Lemire wird einigen Lesern im deutschsprachigen Raum möglicherweise (hoffentlich) durch das geniale „Sweet Tooth“ im Gedächtnis geblieben sein. „Black Hammer“ erreicht bisher diesen Meilenstein noch nicht ganz, ist aber auf dem besten Wege dorthin.
  Nicht selten und nicht ganz grundlos wird es oft mit „Watchmen“ verglichen, weil hier die Superhelden mindestens ebenso komplexe Charaktere sind. Da „Black Hammer“ bisher noch nicht abgeschlossen ist, kann man es bezüglich Handlung nach zwei Bänden noch kaum abschließend beurteilen. Die Zeichnungen sind auf jeden Fall variantenreicher, als in „Watchmen“.
  Ungewöhnlich ist in jedem Fall, dass es bereits ein (und ein zweites angekündigt) Spinn-off gibt, obwohl erst die erwähnten zwei Bände erschienen sind. Das bereits erschienene „Black Hammer: Sherlock Frankenstein & die Legion des Teufels“ wurde von David Rubin nicht wirklich ebenso hervorragend wie die Haupt-Serie in etwas funnyähnlicheren Stil gezeichnet und handelt von der Tochter Black Hammers in der Zeit zwischen dem Verschwinden der Heldentruppe und ihrem Auftauchen in ihrer Parallelwelt. Sie macht sich auf die Suche nach den verschwundenen Superhelden und hofft sie durch die einst von ihnen bekämpften Superschurken zu finden. Und da kommt der Titelgebende „Sherlock Frankenstein“ ins Spiel… Übrigens beginnt sie ihre Suche in einer psychiatrischen Anstalt, die ausgesprochen stark an das „Arkham Asylum“ aus Batman erinnert. Und es gibt sogar eine kleine Hommage an Lovecrafts „Cthulhu“!
  Eine ideale und gelungene Überbrückung der Wartezeit bis zum nächsten Band der Haupt-Reihe.
  So oder so, nach „Sweet Tooth“ ein weiterer Meilenstein der anspruchsvolleren Comic-Kunst von Lemire!

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