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Johanna König
Die Glöcknerin

Mohorjeva/Hermagors
2000
176 Seiten


Von Alfred Ohswald am 01.12.2000

  1722 lebt eine geheimnisumwitterte Frau im Glockenturm der Jesuitenkirche in Klagenfurt. Viel wissen nichts von ihr oder halten sie für eine Legende. Doch die Brüder des Jesuitenordens kennen ihre Existenz und respektieren sie. Wegen ihrer Schönheit kennen und fürchten sie aber die von ihr ausgehende Versuchung.
  Und als der junge Jesuit Sonthon mit einigen älteren Brüdern den von ihr bewohnten Turm zu Reparaturarbeiten ersteigt, bemerkt er ihren Geruch. Später lässt ihn der Gedanke an sie nicht mehr los und eines Nachts macht er sich erneut auf den Weg zu ihr. So kommt es, dass sie ein Liebespaar werden und Nacht für Nacht besucht er seine heimliche Leidenschaft. Doch das Glück sollte nicht lange anhalten und auch ein Nachtwächter, der sie gesehen hat und zwischen Hingezogenheit und Abneigung zu ihr hin und her gerissen wird, sollte ihr zur Bedrohung werden.
 
  Die Autorin bedient sich in dem Roman einer, der beschriebenen Zeit angepassten, altertümlichen Sprache. Dieser Stil wirkt auf den heutigen Leser manchmal fast wie Lyrik, bleibt aber immer gut lesbar. Auf der anderen Seite bleibt eine Distanz zu den Figuren. Der Erzähler scheint in keinster Weise persönlich mit den Figuren verbunden und erscheint eher als unbeteiligter Chronist. Nur in einer ausführlich beschriebenen Liebesszene geht sowohl der Stil als auch die Distanz ziemlich verloren und lässt diese in dieser Form unpassend erscheinen.
  Der Roman hat starke religiöse Aspekte und der Hintergrund wurde von der Autorin offensichtlich ausführlich recherchiert. Dabei gelingt es ihr aber, ihr diesbezügliches Wissen wohldosiert einzusetzen, ohne damit zu protzen und es an jeder möglichen und unmöglichen Stelle dem Leser aufzudrängen.
  Man erfährt viel über die damalige Zeit und die herrschenden Lebensumstände, ohne das in dem Buch bedeutende historische Ereignisse oder Personen eine Rolle spielen. Der Haupteindruck ist der einer literarisch bearbeiteten Volkssage oder eines einer solchen nachempfundenen Stück Literatur.

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