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Natalie Mesensky
Alles ist lebend tot

Gmeiner Verlag
2018
313 Seiten
ISBN-13: 978-3839222430
€ 14,-


Von Alfred Ohswald am 10.09.2018

  Barbara Aubert hat ihre Firma verkauft und zieht von Wien nach Tulln (Kleinstadt in Niederösterreich), wo sie eine Villa kauft, sie restauriert und sich an einem Blumenladen beteiligt. Wenig überraschend, dass es für sie als neu Zugezogene nicht ganz ohne Spannungen verläuft, sich in das Kleinstadtleben anzupassen, wo jeder jeden kennt.
  Anfangs glaubt sie nicht, dass der Raubmord an einem wohlhabenden Besitzer begehrter Schiele-Gemälde etwas mit ihr zu tun haben könnte. Aber dann stößt sie in der Verlassenschaft des Vorbesitzers ihrer Villa auf Bilder und Notizen, die nicht nur für sie von Interesse sind.
 
  Der sich um Kunstwerke und die Jugend Schieles in Tulln drehende Krimi „Alles ist lebend tot“ ist nicht Mesenskys erster Roman und diese Routine macht sich durchaus positiv bemerkbar. Die Aufklärung der Morde und die langsam auftauchenden Informationen über Teile von Schieles Biographie schaffen zwei sich relativ langsam entwickelnde aber nichtsdestotrotz gut funktionierende Spannungsbögen.
  Insbesondere die Dialoge lesen sich besonders lebendig. Nur zwischen Dialekt und Hochdeutsch kann sie sich nicht immer recht entscheiden, so ist „Vergessen‘s Earnan Baum nicht“ in dieser Hinsicht weder Fisch noch Fleisch (korrekt wäre im Dialekt „Vergessen‘S Earnan Bam net“). Auch kleine Fehler, wie „Wiener Wald“ anstatt „Wienerwald“ passieren ihr schon Mal. Aber das sind Haarspaltereien, die der Qualität des Buches keinen Abbruch tun.
  Der Aufbau in nicht ungewöhnlich, am Anfang steht genretypisch ein Mord und dann – auch nicht gerade selten – kommt nicht wenige Seiten der Alltag der Hauptfigur Barbara. Zugegebenermaßen versteht es Mesensky auch diesen nicht uninteressant zu erzählen. Langsam erfährt der Leser, worum es geht und wird dadurch sanft aber bestimmt unter Spannung gehalten. Ein grundsätzliches Interesse für Kunst und Schiele im Besonderen schadet hier natürlich auch nicht. Nötig ist es aber glücklicherweise keinesfalls und in Zeiten von Wikipedia und Co. kann man ja etwa die Bilder schnell Mal im Netz recherchieren.
  Und dass Frauen die Mehrzahl der Protagonist(inn)en in dem Buch sind, macht es höchstwahrscheinlich für diese Lesergruppe besonders attraktiv. Mit den vorhergehenden Romanen Mesenskys hängt „Alles ist lebend tot“ übrigens nur recht lose zusammen.

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