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Imre Kertész
Roman eines Schicksallosen

Rowohlt
1999
286 Seiten
DM 16,90


Von Claudine Borries am 30.11.2000

  Imre Kertész war selber von 1944-1945 im Alter von fünfzehn Jahren in den Konzentrationslagern von Auschwitz und Buchenwald. In seinem Roman eines Schicksallosen beschreibt er aus der Perspektive des fünfzehnjährigen Jungen seine eigene Geschichte.
  Mit tiefer Beklemmung geht man seinen Weg mit: naiv und unvoreingenommen beginnt er seine Reise, ja, es fällt ins Auge, dass seine Berichte fast durchweg von den Attributen „verständlicherweise“ und „natürlich“ komplettiert werden. Es scheint ihm in der Tat vieles logisch und schlüssig, so wie er seine Erfahrungen macht.
  Nach und nach sieht man sich den unmenschlichen Transporten in die Lager, dem Hunger, dem Durst, der Kargheit der Unterkünfte, schließlich Krankheit, Entmenschlichung und dem Tod gegenüber.
  Am Ende beschreibt er seine Erfahrungen als eine, in der die „Zeit“ eine gewichtige Rolle spielt. Ohne die Zeit, die langsam vergeht, und die immer weiter geht, wie er selbst, die langsam zu den unmenschlichen Orten und Zuständen führt „könnte man das nicht ertragen haben „.
  Wie ein Somnambuler erscheint einem der Erzähler im Laufe des Berichtens.
 
  Dass das Erlebte eigentlich nicht beschreibbar ist,-- so wird es dem Leser am Ende bedeutet. Nur im Miterleben durch die Augen des Jungen bekommt man eine Ahnung des Grauens. Und dass sogar an diesen Orten so etwas wie Glück möglich war, dass diese Erfahrung des Gefühls von Glück wichtig war, als Ausdruck dessen, was den Menschen ausmacht.
  Dass er sein nicht fortsetzbares Dasein fortsetzen werde,-- weil das Leben zu leben am Ende alles andere übertönen wird.
  Wer eine Vorstellung vom Grauen in den Konzentrationslagern erlangen will, der sollte das Buch unbedingt lesen. Es ist sensibel und still geschrieben und berührt den Leser sehr.

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