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Arne Jysch / Volker Kutscher
Der nasse Fisch

Carlsen
2017
216 Seiten
ISBN-13: 978-3551782489
€ 17,99


Von Alfred Ohswald am 04.05.2018

  Berlin in der Zeit der Weimarer Republik, es gib unablässig politisch motivierte Auseinandersetzung zwischen den Kommunisten und rechten Gruppen, vorwiegend dem „Stahlhelm“, einer rechtsextremen Organisation ehemaliger Soldaten des 1. Weltkrieges.
  In dieser vergifteten Atmosphäre kommt Kriminalkommisar Geron Rath nach Berlin zur Sitte, kann sich aber bald die von ihm gewünschte Stelle bei der Mordkommission erkämpfen. Chef der Berliner Mordkommission ist damals der international berühmte Ernst Gennat, wegen seiner Beleibtheit auch „Buddha der Kriminalisten“ oder „Der volle Ernst“ genannt.
  Der junge Rath stößt auf einen Fall, bei dem sein ehemaliger Vorgesetzter bei der Sitte vermutlich einen jungen Kripo-Beamten erschossen hat, verfügt aber kaum über genügend Beweise.
 
  „Der nasse Fisch“ ist eine Comic-Adaption der mittlerweile mehrteiligen historischen Krimi-Reihe von Volker Kutscher und schaffte es sogar zur Vorlage zur aufwändig produzierten Fernsehserie „Babylon Berlin“. Nur wenige Comic-Umsetzungen können als so gelungen bezeichnet werden, wie diese überaus gelungene Zusammenarbeit des Originalautors mit dem Zeichner Arne Jysch.
  Im Stile eines Schwarz-Weiß-Films, allerdings nicht mit den heute populären, starken Kontrasten, sondern mit aquarellartigen Grautönen präsentiert Jysch perfekt passend diese turbulente Zeit. Aber auch die Geschichte ist perfekt in das andere Medium umgesetzt, was bei Krimi-Comics gar nicht so selbstverständlich ist. Da wird es den Lesern oft nicht einfach gemacht, selbst bei Genies, wie Jacques Tardi den gerne einmal etwas verwirrenden Handlungssträngen zu folgen. Hier hingegen ist das nicht das geringste Problem, obwohl die Handlung nichtsdestotrotz komplex ist.
  Ein deutsches Comic, dass sich durchaus mit seiner europäischen (meist franko-belgischen) Konkurrenz messen kann und dabei glänzend dasteht. US-Amerikanische Comics sind allerdings meist anders geartet und darum schwer vergleichbar.

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