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Horst Bosetzky
Berliner Filz

Jaron-Verlag
2016
208 Seiten
ISBN-13: 978-3897737976
€ 7,95


Von Andreas Rüdig am 15.04.2018

  Man schreibt das Jahr 1962. Ein halbes Jahr nach dem Mauerbau lassen die kriegsbedingten Zerstörungen und die Flüchtlingswelle aus der DDR den Wohnungsbau florieren. Arnulf Klaffenbach ist Bausenator und hat alle Hände voll zu tun, um Großprojekte wie die Gropiusstadt in die Tat umzusetzen. Doch dann ist er eines Tages spurlos verschwunden. Gibt es - beispielsweise - Querverbindungen zu der unbekannten Leiche, die auf dem Wilsberg im Niemandsland zwischen den Zonen aufgefunden wird?
  
  Dies ist ein Band aus der Buchreihe "Es geschah in Berlin". Sie soll mittels fiktiver Kriminalfälle das Berlin des 20. Jahrhunderts vorstellen.
  
  Das Element des Kriminalfalls tritt in diesem Roman deutlich in den Hintergrund. Es gibt zwar eine Polizistenfamilie, die im West- und Ostteil der geteilten Stadt tätig ist. Ermittlungstätigkeiten werden aber eher nebenbei und oberflächlich geschildert. Auch das Ende ist für den eingefleischten Krimikenner enttäuschend. Man erfährt zwar, wer welches Verbrechen begangen hat. Kommissar Zufall hilft aber mehrfach, die Geschehensabfläufe der Morde werden aber nicht rekonstruiert.
  
  Neben familiären Ereignisse aus dem Kappe-Clan treten zeitgeschichtliche Ereignisse aus Berlin (wie etwa Attentate auf die Berliner Mauer) überdeutlich in den Vordergrund und überlagern alles andere. Bosetzky hat hier zwar eine sehr gute Recherchearbeit abgeliefert, die Frage, wen das alles interessiert (zumal in dieser Übergenauigkeit), aber nicht beantwortet.
  
  Der Krimi ist zwar nur mäßig spannend, aber dafür ganz gut lesbar.

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