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Hans Durrer
In Valparaíso und anderswo
Momentaufnahmen

neobooks
2018
96 Seiten
ISBN-13: 978-3-7427-5002-0


Von Blazenka Kostolna am 05.03.2018

  Es gibt Bücher, mit denen ich als Leserin eine Art Beziehung eingehe, die mich verpflichtet, sie zu Ende zu lesen, unabhängig davon, ob ich sie schlecht oder gut finde. Und dann gibt es erzählende Bücher, die mich an sich binden und die ich nicht aufgeben kann, weil mein angetupftes Suchtpotential nicht anders kann, als weiterlesen, weiterlesen. Das sind Bücher, die Vertrautes wie Humor, gute Formulierungen, Gedankenanregungen und spannende Geschichten in sich haben. „In Valparaíso und anderswo“ von Hans Durrer ist so ein Buch.
 
  Wenn jemand Reiseberichte, fremde Kulturen und Kurzgeschichten liebt, ist dieses Buch ein Muss. „In Valparaíso und anderswo“ ist aber nicht als Reisebericht konzipiert, dies war nicht seine auf eine Veröffentlichung gerichtete Dringlichkeit, sondern es war das Schreiben, als eine Notwendigkeit eines Alleinreisenden, der etwas zu erzählen und gerade niemanden hat, der ihm zuhört. Das Schreiben ist bei ihm nicht etwa ein Mittel gegen Gedächtnisverlust (im Gegenteil, er hat ein sehr gutes Gedächtnis), sondern ein Sammelsurium aus Selbstgesprächen und witzigem Monologen über die Seltsamkeit und Wunderlichkeit dieser Welt, die er gerade durchwandert. „In Valparaíso und anderswo“ ist ein heiteres Sammelsurium aus Geschichten, Gedanken und Wahrnehmungen aus vielen Jahren, in denen der Autor zwischen der Schweiz und anderen Ländern hin und her pendelt und das im «ständigem Zustand des Staunens». Als Leser wechselt man mit zwischen gerade erlebter Geschichte, Erinnerung und Zitaten, die wie grüne Grashüpfer hin und her hopsen und nicht unbedingt die Aufgabe haben, dem Buch eine Weisheit zu verleihen oder es zu bereichern, sondern sind als Punkt und Komma-Stopper gedacht, die ihn und auch den Leser zum Stehen und Stillhalten zwingen. Hans Durrer ist ein begnadeter Beobachter, er wertet nicht, sondern philosophiert lieber über die Wahrnehmungen und Zufälle, über die er unterwegs stolpert und sich eben staunend fragt, was das alles mit ihm selbst und seiner Lebenshaltung zu tun hat. Ein wunderbares Buch gespickt mit philosophischem Gedankengut, logischen Zusammenhängen, Witz und nicht einem langweiligen Buchstaben. Vor allem ist es ein «Buch des Staunens», das uns selbst in Staunen versetzt.
 
  Übrigens, ich las das Buch auf «einen Zug» im Zug unterwegs und belustigte, oder nervte die
 Mitfahrenden mit ständigem und unkontrollierbarem Gekicher ...

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