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David Pirie
Die Zeichen der Furcht
Aus den dunklen Anfängen von Sherlock Holmes

Lübbe
2015
Übersetzt von Michael Ross
462 Seiten
ISBN-13: 978-3404171507
€ 8,99


Von Andreas Rüdig am 31.12.2017

  Edinburgh im Jahre 1878. In den örtlichen Bordellen verübt ein unbekannter Serientäter bizarre Anschläge. Je weiter die Nachforschungen von Dr. Joseph Bell und Arthur Conan Doyle vorangehen, desto deutlicher wird, daß es sich um eine Art von Mörder handelt, die bislang unbekannt war. Er betrachtet Mord als Kunst. Wird auch Doyles große Liebe zu den Opfern gehören?
  
  Das vorliegende Buch verbindet den Kriminalroman mit den Genres des Schauerromans, der Liebesgeschichte sowie dem historischen Gesellschaftsroman, bei dem die Lebensumstände der Menschen im damaligen Schottland vorgestellt werden.
  
  Der kriminalliterarische Teil kommt deutlich zu kurz. Die Arbeit des Detektivs wird viel zu wenig beschrieben; es dauert viel zu lange, bis eine Lösung präsentiert wird.
  
  Sir Arthur Conan Doyle ist uns als Schöpfer von Sherlock Holmes bekannt. Doyle ist eine Hauptfigur der Handlung. Seine Lebensgeschichte kann woanders nachgeschlagen werden; wichtig ist nur, zu erwähnen, daß Doyle hier auf eine Randfigur (quasi wie Dr. Watson in seinen Geschichten) reduziert wird. Er schildert die Ereignisse zwar aus der Perspektive des Ich-Erzählers; die heimliche Hauptfigur ist allerdings Joseph Bell.
  
  Er übernimmt hier die Funktion des Sherlock Holmes, ohne allerdings an dessen Güte und Klasse heranzukommen.
  
  Die reale Person Dr. Joseph Bell steht Pate für die literarische Figur. Der wirkliche Bell lebte im 19. Jahrhundert. Er ist als Begründer der forensischen Medizin in die Geschichtsbücher eingegangen. Bell und Doyle kannten einander und haben wohl auch zusammengearbeitet; diese geschichtliche Tatsache wird aber ausgeschmückt und überbewertet.
  
  Pirie ist ein englischer Schriftsteller. Er hat als Journalist, Kritiker und Drehbuchautor gearbeitet. Auf ihn geht eine Fernsehserie der BBC "über die dunklen Anfänge von Sherlock Holmes" zurück. Dieser Hintergrund ist dem Buch überdeutlich anzumerken.
  
  Die Handlung wirkt so, als seien Episoden der Fernsehserie aneinandergereit und irgendwie zusammengefügt worden. Der klassische kriminalliterarische Dreisprung Aufgabenstellung - Ermittlungsarbeit des Detektivs - Präsentation der Lösung kommt so abhanden, zumal auch die Arbeitsweise von Holmes (Deduktion und Forensik) zu kurz kommen.
  
  Aus dem vorhandenen Material hätte deutlich mehr gemacht werden können.

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