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Bernhard Hennen
Der Verfluchte
Die Chroniken von Azuhr

Fischer
2017
576 Seiten
ISBN-13: 978-3596297269
€ 16,99


Von Alfred Ohswald am 29.12.2017

  Der erste Teil der Fantasy-Reihe „Die Chroniken von Azuhr“ beginnt mit einem relativ lagen Prolog, in dem der Erzpriester Lucio Tormeno der Stadt Arbora seine Heimatinsel auf recht radikale Art und Weise vor einem Ausbruch der Pest schützt.
  Dann gibt es einen Sprung von 53 Jahren und die Handlung setzt mit Lucios Enkel Milan fort, der der jüngste von drei Söhnen Nandus, des Sohnes von Lucio und ebenfalls Erzpriester ist. Nandus ist alles andere, nur kein liebevoller Vater. Er erwartet von seinen Söhnen, dass sie ihm als Erzpriester nachfolgen und nachdem die beiden älteren Söhne gescheitert sind, liegt der ganze Druck auf Milan. Der hasst seinen Vater abgrundtief dafür und stellt eine Dummheit an, um seinen Namen zu beschmutzen. Das geht aber kräftig schief.
  Natürlich stellt sich im Laufe der Handlung langsam heraus, dass Milan über ganz besondere Fähigkeiten verfügt und deshalb schnell zwischen die Fronten gerät.
 
  Hennen nimmt sich also einigermaßen Zeit für den Einstieg in sein Epos und die Einführung seines Helden. Trotzdem gibt es dabei keine Längen, da meist der Teufel los ist. Milan, die Hauptfigur kommt Anfangs noch einigermaßen unsympathisch und jugendlich leichtsinnig mit reichlich dummen Gedanken im Kopf daher. Hennen nimmt sich glücklicherweise Zeit für ein Entwicklung seiner Hauptfigur.
  Die Art, wie Magie in „Die Chroniken von Azuhr“ funktioniert, ist eigentlich recht naheliegend, und doch auch originell.
  Natürlich geht es auch um große Konflikte, Milan lebt in einer Art Handelsrepublik, dann gibt es noch die von dort einst vertriebenen Bewohner des Schwertwaldes, die bestrebt sind, ihre alte Heimat zurückzugewinnen. Recht ferne gibt es noch das bedrohliche Khanat, das stark an eine Mischung aus China und die Mongolen erinnert. Die Heimat des Helden erinnert teilweise an die italienischen Stadt-Staaten der Renaissance, die Kaiserin wiederum an eine dramatischere Version der Zaren-Tochter Anastasia, von der es hieß, sie hätte die Ermordung ihrer Familie überlebt.
  Bei Liebesszenen übertreibt es Hennen etwas mit der Ausführlichkeit, da liegt zumindest bei der Schilderung in der Kürze die Würze. Besonders die üblichen Leser dieser Art von Fantasy werden sich wohl eher selten für die ein wenig zu ausgiebig dargelegten ersten erotischen Gehversuche des Helden interessieren. Glücklicherweise unterläuft ihm dieser Fehler ausgesprochen selten.

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