Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
Terry Pratchett
MacBest


Von Ralf Callenberg

  Das von mir gelesene Buch hieß in der deutschen Übersetzung "MacBest". Wie der Titel schon andeutet, ist es eine MacBeth-Parodie, bzw. an MacBeth angelehnt. Insgesamt ist das Buch sehr witzig geschrieben ("Ist dies ein Dolch?" "Nein, ein Taschentuch, wenn man genau hinsieht, erkennt man, das es viel weniger scharfe Kanten hat" - aus dem Gedächtnis zitiert), insbesondere die kleinen literarischen Hupferl sind ganz nett (ein Zwerg ist offensichtlich der Shakespeare dieses Universums, nimmt nebenbei auch Laurel und Hardy und Samuel Becket vorweg; einem Hofnarren, der ihn fragt, was er seiner Angebeteten sagen soll, rät er, sie zu fragen, ober er sie mit einem Sommertag vergleichen darf).
  Sehr bald stellt man auch fest, warum auf dem Umschlag Pratchett als der "Douglas Adams der Fantasy" gepriesen wird: der Humor ist eng verwandt, ohne, daß es eine billige Kopie wäre. Die Art, Bilder und Vergleiche zu erstellen, ist z.B. sehr ähnlich, oder unbelebte Dinge nicht nur zu personifizieren, sondern sie auch mit (meist eher banalen) Beweggründen auszustatten. Pratchet ist jedoch nicht ganz so überdreht wie Adams.

Von Bastien Chevreux

  Äh, ich glaube, ich kann von mir behaupten, fast alle Scheibenweltromane gelesen zu haben und ich muß sagen, daß ich immer noch nicht weiß, worum es da geht. Klar, um abgedrehte Fantasy auf jeden Fall, aber sonst? Man merkt irgendwie, daß die allerersten Romane mehr auf ein 'Auf die Schippe nehmen' der bekanntesten Fantasyromane, -filme, -serien etc. waren und die Geschichten drumherum gestrickt. Sehr schnell haben dann allerdings einzelne Charaktere ein Eigenleben gewonnen und mittlerweile stehen die Geschichten im Vordergrund und der Humor reicht von geschriebenem Slapstick über hintergründigem Humor (der unsere Welt karikiert) zu sehr schwarzem Humor. Aber immer alles sehr britisch.
  Hintergrund des Ganzen ist die besagte Scheibenwelt, die auf dem Rücken von vier Elefanten getragen wird, die ihrerseit auf einer riesigen Sternenschildkröte stehen, die durch das All zieht. Im Laufe der Zeit haben sich mehrere Charaktergruppen gebildet, die meistens zusammen eine Geschichte 'bestehen'.
  Da wären einerseits der tolpatschige Zauberer Rincewind und seine wandelnde Truhe aus magischem Birnbaumholz. Ein sehr interessanter Charakter mit 'Eigenleben' ist auch TOD (der mit schwarzem Umhang und Sense), der immer in GROSSBUCHSTABEN spricht. TOD hat auch eine Enkelin, die in Ankh-Morpok (der größten Stadt der Scheibenwelt) lebt.
  Wobei wir auch bei einem der wichtigsten Schauplätze der Romane sind: Ankh-Morpok. Mehrere Romane haben die Stadtwache als Mittelpunkt, andere die Zauberer der Unsichtbaren Universität, wiederum andere befassen sich mit dem harten Alltag der Götter etc.pp ... kann noch ein Weilchen so weitergehen.
  Es kommen Menschen vor, Trolle, Zwerge, Zombies, Drachen, Elfen, Götter, auf tausend Beinchen wandelnde Truhen, Hexen, Könige, Assassinen, Seeungeheuer, Schildkröten, Priester, Propheten, heldige Helden, Prinzessinnen, Opernsängerinnen, TOD, Rattenfänger, der kleine Rattentod, Gnome, Mumien, liebeskranke Zombies (entschuldigung, politisch korrekt heißen sie Untot, oder noch korrekter 'nicht mehr am Leben seiende') usw. Es geht um Liebe, Tod, Eifersucht, Krieg & Frieden, Nachwuchsprobleme, der Rettung des Universums, Kriminalfälle, Politik, Intrigen, dem Schicksal des Universums, Zeit etc. Sollte in diesen Aufzählungen etwas fehlen, dann nur, weil ich es vergessen habe :)
  Die Bücher würde ich in chronologischer Reihenfolge lesen, da es erstens Abwechslungsreicher ist (die Charaktergruppen wechseln sich ab), und zweitens Pratchett die Charaktere nach und nach einführt, sie verfeinert und dann bei den späteren Büchern mehr und mehr voraussetzt, dass der Leser diese kennt. Einfach mit 'The colour of magic' (Die Farben der Magie) und 'Light phantastic' (Das Licht der Phantasie (besch...eidene Übersetzung)) anfangen.
  Wer es sich auf englisch zutraut, sollte die Originale lesen. Aber wirklich nur bei sehr gutem englisch. Irgendwer hat hier mal geschrieben, er wisse nicht, was schlechter ist: die Hälfte der Witze aufgrund nicht immer optimaler (aber meistens guter) Übersetzung zu verpassen oder die Hälfte der Witze aufgrund unzureichender Englischkenntnisse nicht zu verstehen oder gar nicht zu entdecken.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.