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Brian K. Vaughan / Cliff Chiang
Paper Girls

Cross Cult
2016
Übersetzt von Sarah Weissbeck
144 Seiten
ISBN-13: 978-3959811408
€ 22,-


Von Alfred Ohswald am 27.12.2017

  Mit „Paper Girls“ sind hier vier junge, recht unterschiedliche, etwa zwölfjährige Mädchen gemeint, die mit ihren Fahrrädern in den 80er-Jahren in einer Kleinstadt in den USA in aller Herrgottsfrühe Zeitungen austragen. Ein wenig spielt Erin so etwas wie die Hauptrolle, zumindest beginnt die Geschichte mit ihr. Sie wird auf ihrer Fahrt von drei Jugendlichen belästigt und dabei wird ihr von drei anderen Zeitungsausträgerinnen geholfen, mit denen sie sich anfreundet. So weit, so normal. Aber jetzt beginnt die Geschichte ziemlich schnell zuerst in eine Art Horror- und dann eine Science-Fiction-Geschichte abzudriften.
  Zuerst tauchen drei seltsame Gestalten auf, dann verschwinden die meisten Erwachsenen und dann tauchen noch eigenartige, weiß gekleidete Menschen auf – zumindest sehen sie wie Menschen aus -, die auf riesigen Flugsauriern reiten und es scheinbar auf die drei Gestalten abgesehen haben. Es stellt sich heraus, dass offensichtlich Zeitreisen eine Rolle spielen und die Fremden vermutlich aus der Zukunft kommen.
  Im zweiten Teil sind drei der Mädchen im Jahr 2016 gelandet und Erin begegnet sich selbst. „KJ“, die vierte von ihnen ist verlorengegangen, und eine dritte Erin taucht an einem anderen Ort auf mit zwei gewaltigen Bärtierchen im Gefolge.
  Im dritten Teil stranden sie dann 11.706 vor Christus. Und am Ende, dass allerdings noch nicht der Abschluss der Serie ist, landen sie wieder in einer anderen Zeit, wie bereits in den Bänden zuvor.
 
  Gute, handwerklich einwandfreie, recht realistische Zeichnungen mit hervorragender, nicht unorigineller aber nicht abgehobener, mit den unterschiedlichen Pastellfarben eher sparsam umgehende Colorierung von Mattew Wilson. An den Illustrationen gibt es wahrlich nichts auszusetzen und sie haben nichts, aber schon gar nichts mit den oft üblichen Bildern in manchen Superhelden-Comics mit ihrer unsägliche Computer-Colorierung zu tun.
  Über die Qualität der Geschichte braucht man nicht viel Worte zu verlieren, wer seine geniale Serie „Y: The Last Man“ nicht kennt, sollte zumindest das ebenso geniale „Die Löwen von Bagdad“ oder „Saga“ kennen. Vaughan holt sich immer Zeichner, die in ähnlichen Stil zeichnen, darum sind die Zeichnungen in „Paper Girls“ den in den genannten Serien nicht ganz unähnlich aber doch eigenständig. Vaughan ist einer der erfolgreichsten Szenaristen, insbesondere auch abseits des Superhelden-Mainstreams in den USA und das berechtigterweise.
  Wären die vier Heldinnen Jungs, würde man sich in ein Stephen-King-Szenario versetzt fühlen. Persönlich halte ich „Paper Girls“ für die gelungenste der bisherigen Serien Vaughans.

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