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Grant Morrison / Dan Mora
Klaus
Die wahre Geschichte von Santa Claus

Panini
2017
Übersetzt von Marc-Oliver Frisch
208 Seiten
ISBN-13: 978-3741605246
€ 29,-


Von Alemanno Partenopeo am 10.12.2017

  Der Auftakt dieses Comics zeigt den Heiligen Klaus als Jäger mit einem blutigen Hirschgeweih über seine Schultern gelegt durch den Schnee watend. Er kommt in ein mittelalterliches Dorf, wo er als Fremder natürlich nicht gerade willkommen geheißen wird und dann sogar noch bestohlen wird. Als er einem Kind zu Hilfe eilt, dass von einem Soldaten geschlagen wird, fallen die Kollegen des ersten auch über ihn her und er wird verwundet in den verschneiten Wald getrieben, wo ihn die Wölfe fressen sollen. Aber die Soldaten wissen noch nicht, dass ausgerechnet die Wölfe zu den Verbündeten von Santa Claus gehören.
 
 Die wahre Geschichte von Santa Claus
 
  Wenn Santa auf seiner Flöte spielt erscheinen in bunten psychodelischen Farben auch die Geister, die ihm beim Spielzeugbasteln für die Kinder helfen. Auf dem Schloss des Dorfes das er besuchte lebt ein unglücklicher Knabe, der allen anderen Kindern das Spielzeug wegnimmt, auch das, das Santa für sie gebastelt hat. Aber das Kind und seine Mutter Dagmar können beide nichts für ihre Bosheit, denn sie sind von einem Zauberer in die Irre geführt worden, der das Schloss und das Dorf alleine für sich will. Nach Alriks Tod, dem rechtmäßigen Herrscher, fiel ein Schatten auf das Dorf Grimsvig und der Zauberer Magnus nützte das Machtvakuum für seine Zwecke. Hinter Magnus steckt aber natürlich noch eine viel größere, bösere Macht, nicht zu verwechseln mit Knecht Ruprecht. Das Böse erscheint in Gestalt eines Ungeheuers mit Bocksmaske, aber Santa Claus weiß es zu bändigen. „Schaut aus nach mir, wenn die Nächte lang und die Tage kalt sind“, ruft Santa Claus nach dem Sieg der Gerechtigkeit den Dorfbewohnern zu und genau das machen die Menschen seit mehr als 1500 Jahren jedes Jahr um diese Zeit. Die Illustration dieser Heiligenlegende ist sehr bunt ausgefallen und zeigt Santa Claus als Superhelden im Kampf gegen das Böse. Die Zeichnungen erinnern etwas an Mangas, das Layout ist sauber gegliedert und sehr farbig illustriert. Endlich erfahren wir mehr über einen Helden, den alle kennen, von dem wir aber fast nichts wissen: auch Santa Claus war einmal jung. Grant Morrison und Dan Mora machten es wie Frank Miller mit Batman: Das erste Jahr und zeigen wie die Legende entstand, bloß eben mit einem christlichen Heiligen, Santa Claus.
 
 Der Heilige Klaus als Superheld
 
  Der heilige Nikolaus von Myra (Türkei) taucht erstmals im vierten Jahrhundert auf, um drei junge Frauen vor der Prostitution zu bewahren. Bischof Nikolaus soll ihnen Gold durch’s Fenster geworfen haben, um ihnen so ein Schicksal zu ersparen. Auch als Beschützer von Kindern tauchte er immer wieder auf. Eine Zeichnung von Josiah Kings aus dem Jahre 1658 zeigt ihn mit Bart und einem hell gesäumten Gewand. Später wird er zum Rentierschlittenfahrer, eine Illustration aus dem Jahre 1821 anonym in New York erschienen, zeigt ihn so bis ab 1835 der deutsche Weihnachtsmann durch Hoffmann von Fallersleben bekannt wird. Andere Interpretationen folgten und „Klaus“ von dem Schotten Morrison und dem Costa Ricaner Mora befindet sich damit wohl in bester Gesellschaft.

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