Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
Alice Socal
Cry Me a River

Rotopol
2017
136 Seiten
ISBN-13: 978-3940304247
€ 16,-


Von Alemanno Partenopeo am 10.12.2017

 
  Dieser italienische Comic in deutscher Übersetzung erzählt die Geschichte eines jungen Paares, das für ein paar Monate in ein ihnen unbekanntes Dorf zieht wo ihnen dann klar wird, dass ihre Beziehung eigentlich nicht mehr funktioniert. Obwohl sie beide noch den Traum von der großen Liebe pflegen, wissen sie, dass er nur eine Illusion bleiben wird, egal wie sehr sich bemühen. Eine sprechende Riesengarnele und der Tod eines ihrer beiden Hunde ermöglicht dann die Übernahme einer neuen Perspektive, die für beide heilsam ist.
 
 Traurige Hunde und Menschen
 
  Die Großaufnahme des Wasserreservoirs resp. Spülkastens, der in südlichen Ländern oft hoch an der Decke angebracht ist – wohl um die Fallgeschwindigkeit auszunützen – zeigt einen Siphon, der genau in den Spülkasten gerichtet ist. Aber natürlich macht so etwas keinen Sinn, denn wer würde so hoch hinaufklettern, um ihn jedes Mal zu betätigen? Normalerweise gibt es dafür eine Schnur, aber die führt nicht zu einem Siphon, sondern einfach nur zum Schwimmer im Spülkasten. Alice Socal zeigt dieses Detail zwei mal und will damit wohl die Aussichtslosigkeit der Situation in der sich das Liebespaar befindet, verdeutlichen. Auch ein Einhorn kommt vor, das eine Träne vergießt, ein Schwan, der einsam weinend auf einem See schwimmt und ein Siphon der tropft, als wären es Tränen. Sie können nicht miteinander sein und auch nicht ohne einander und als dann die Cornflackeswürmchen beginnen, Gesichter zu bekommen und zu sprechen, wissen beide, dass es bald vorbei sein wird. Da nützen auch die 0,75 Liter Flaschen voller Tränen ncihts, die sie im Arbeitszimmer aufgestellt hat: „Cry Me A River“.
 
 Selbstgespräche mit Riesengarnele
 
  Doch dann lernt der Mann der Geschichte einen neuen Freund kennen, der seinen Akzent bewundert. Auf einer Schiffbar in der Colonia College lernen sie die Freuden der entspannenden Wirkung des Alkohols kennen, ein anderer Besucher trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift: „All You Need is Inside“ statt „All You Need is Love“. Gibt es einen besseren Trinkspruch für eine Bar auf einem Schiff über dem Meeresspiegel? Selbstgespräche mit einer Riesengarnele bringen schließlich die erhoffte Katharsis, dass man auf sein Selbstmitleid einfach verzichten sollte. Aber was weiß schon eine Riesengarnele? Obwohl Joe, der Hund Vuk, den anderen Hund, immer noch vermisst, beginnt er wieder zu essen. Vielleicht ist es das, was am besten über eine Trennung hinweghilft? Aber zuvor: Cry Me A River. Übrigens ein Song von Arthur Hamilton und 1955 durch Julie London bekannt geworden.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.