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Gilbert Adair
Der Schlüssel zum Turm

Edition Epoca
2000
173 Seiten
38,-


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Von Volker Frick am 19.11.2000

  Schon der Titel seines Romans “Der Tod des Autors” hätte den Autor Gilbert Adair in die literarisch interessierte Öffentlichkeit katapultieren sollen. Hat er auch. Jetzt gibt’s gleich 2 neue Bücher von ihm.
  Eines enthält essayistische Kolumnen zu Film, Rauchen, oder warum Gott moralischer als Bennetton ist, und insgesamt erinnert das ein klein wenig an “Über Gott und die Welt” von Umberto Eco, oder auch an Roland Barthes. Und natürlich tauchen der immer schon Geschichte filmende Jean-Luc Godard als auch der irische Dichter, wie er punktuell und zutreffend hie und da eingefasst wird, Samuel Barclay Beckett im Namensregister auf. Viele Sätze zum ausschneiden, aufsagen, und/oder an die Laternen zu kleben. Das ganze findet unter dem Titel ‚Wenn die Postmoderne zweimal klingelt‘ sein deutsches Publikum, oder auch nicht. Zumindest als Addendum zu seinem sonstigen, ich übertreibe mal: Oeuvre ist dieses Buch anzuraten, und auch der Hinweis, das diese ”Texte entstanden im Laufe von elf Jahren, nämlich von 1986 bis 1997” fehlt nicht. Einer dieser kleinen Texte heißt ‚Akteme‘, und meint Robinson Crusoe, der im Sand auf einen Fußabdruck stößt, oder Proust Marcels petite madeleine. Das sind Akteme. Nach Adair eine “außersprachliche narrative Wolke”. Die Gegenwartsliteratur, Adair spricht von der britischen, leide an “ihrem chronischen Defizit an einprägsamen Aktemen”. Geistige Nahrung. Nun, der Roman “Der Schlüssel zum Turm” ist ein Roman, der vorführt wie ein Roman gebaut zu sein hat, und der den Leser respektive die Leserin zu einem gehörig intellektuellem Vergnügen und zu einem unbeschwerten Lachen verführt. Der Roman “Der Schlüssel zum Turm” enthält zudem eine wahre Bilderflut, die sehr veranschaulicht den Begriff ‚Akteme‘... Das Ganze ist ein Krimi um ein aufgetauchtes ehedem verschollenes Gemälde von Georges la Tour, welches ein reicher Araber käuflich erworben hat, aber dann ist es Nacht und ein Gewitter lässt einen Baum auf die Strasse fallen. Unser Protagonist muss anhalten. Da beginnt die Geschichte. Ich habe mir dann gleich zwei weitere Romane des Autors zugelegt, aber “Der Schlüssel zum Turm” hat mit Abstand am besten gefallen. Gilbert Adair beherrscht die Kunst des Schreibens. Lesen müssen Sie selber.

 

 

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