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Matthias Lehmann
Die Favoritin
(La Favorite, 2015)

Carlsen
2016
Übersetzt von Volker Zimmermann
160 Seiten
ISBN-13: 978-3551728166
€ 17,99


Von Alfred Ohswald am 04.12.2017

  Die zehnjährige Constance wächst bei einem alten Ehepaar auf, ihr wurde erzählt, ihre Eltern seien tot. Der angebliche Großvater lebt recht lethargisch vor sich hin, das Sagen im Haus hat die ausgesprochen cholerische Großmutter, die nicht mit drakonischen Strafen spart.
  Constance weiß natürlich, dass sie in Wahrheit ein Junge ist, der Leser erfährt das aber erst im Laufe der Geschichte und das ist beileibe nicht das einzige Geheimnis in dieser wahrlich seltsamen kleinen Familie.
 
  Matthias Lehmanns Debüt ist in mancherlei Beziehung ungewöhnlich, da ist da diese ohnehin reichlich seltsame, ja verstörende Familiengeschichte.
  Und noch dazu in einem Zeichenstil, der mit seinen in strikten Schwarz-Weiß gehaltenen Illustrationen, wo Grautöne nur durch Schraffierungen erzeugt werden, an Holzschnitte erinnert. Der Zeichenstil selbst lässt an Illustrationen in eher alten Kinderbüchern denken.
  Und gerade deshalb hinterlässt dieses auf den ersten Blick unscheinbare Comic einen sehr nachdrücklichen Eindruck. Allerdings baut sich der erst nur langsam auf, hat man die ersten Seiten noch die Vorstellung eines belanglosen Jungmädchen-Schicksals mit mehr eingebildeten als tatsächlichen Problemen. Dieser erste Eindruck verkehrt sich dann zunehmend in das Gegenteil, der Leser ist dann vom Schicksal der Hauptfigur scheinbar mehr betroffen, als diese selbst.

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