Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
Robert Harris
München
(Munich)

Heyne
2017
Übersetzt von Wolfgang Müller
432 Seiten
ISBN-13: 978-3453271432
€ 22,-


Von Alfred Ohswald am 22.11.2017

  Herbst 1938, Hitler droht in die Tschechoslowakei einzumarschieren, um das Sudetenland zu annektieren. Der britische Premierminister Chamberlain versucht alles ihm mögliche, um einen drohenden größeren Krieg zu verhindern. Denn Frankreich droht Deutschland mit Krieg, sollte es in die Tschechoslowakei einmarschieren und England sieht sich in dem Fall verpflichtet, Frankreich beizustehen.
  Eine Konvergenz in München soll die bedrohliche Situation zu lösen helfen.
 
  Harris beschreibt die dramatischen Tage etwa ein Jahr vor dem endgültigen Ausbruch des 2. Weltkrieges abwechselnd aus zwei Perspektiven, da ist auf ddeutscher Seite Paul von Hartmann aus dem Auswärtigen Amt in Berlin, Mitglied einer Gruppe von Widerständlern und auf britischer Seite Hugh Legat, Privatsekretär des Premierministers. Mit diesen beiden Protagonisten ist es ihm möglich, die Ereignisse direkt im Umfeld der Macht zu beschreiben. Die Beiden kennen sich übrigens aus ihrer Schulzeit in England, was sich als nützlich herausstellen sollte. Fast die ganze Handlung spielt sich vorerst allerdings in Büros oder auf dem Weg von einem Büro in das Andere ab. Etawa ab der Hälfte verlagert sich die Handlung dann nach München, wo sich allerdings weiterhin das meiste in diversen Büros und Konferenzräumen abspielt.
  Seine offensichtlich gründlichen Recherchen nutzt er auch dazu, immer wieder aus Papieren und Reden zu zitieren. Der Roman bietet ziemlich wenig Action und ziemlich viel Diplomatie und erinnert darum mehr an den Vorgänger „Konklave“, als an Harris Meisterwerke „Cicero“, „Pompeji“, „Enigma“ usw. Nur sein Erzähltalent rettet doch vieles an dem Buch.
  Warum der Übersetzer Wolfgang Müller immer „Maschinengewehr“ schreibt, wenn „Maschinenpistole“ gemeint ist, wird wohl sein Geheimnis bleiben.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.