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Joachim Heinzle (Hg.)
Das Mittelalter in Daten
Literatur, Kunst, Geschichte 750-1520

Reclam
2002
408 Seiten
ISBN-13: 978-3-15-017040-3
€ 9,60


Von Alemanno Partenopeo am 19.11.2017

  Die vorliegende Neuausgabe von „Mittelalter in Daten“ gliedert das Material nicht mehr in Doppelseiten, sondern in fortlaufende Fünfjahresblöcke, was es ermöglichte, mehr Informationen unterzubringen, wie der Herausgeber im Vorwort schreibt. Sämtliche Einträge der Neuausgabe wurden nochmals geprüft und dem veränderten neuen Forschungsstand angepasst. Zusätze wurden vor allem im Bereich der Kunst, Lateinische und Deutsche Literatur gemacht. Der „synoptische Überblick“ über Literatur-, Kunst- und Ereignisgeschichte des Mittelalters wurden von VertreterInnen unterschiedlicher Disziplinen verfasst und von Heinzle verantwortlich gezeichnet.
 
  Das Werk ist aus literaturwissenschaftlich-germanistischer Sicht, was der Tatsache Rechnung tragen muss, das der Großteil der schriftlichen Produktion des Mittelalters hauptsächlich durch lateinische Schriftlichkeit geprägt ist. Die chronologische Organisation in Blöcken zu fünf Jahren wird gefolgt von mit Randbuchstaben gekennzeichneten Feldern K wie Kunst, M wie Musik und L wie Literatur. Eine Fixierung auf Daten bedeutet aber auch eine Fixierung auf Objekte, die überhaupt datierbar sind, was ja nicht immer der Fall ist. Sie müssen in schriftlichen Quellen erst erwähnt sein um datierbar zu werden und so entsteht eine gewisse Quellenproblematik. „Weitgehend unberücksichtigt bleiben mussten ferner zerstörte Werke, deren Fehlen für die Rekonstruktion der historischen Zustände und Entwicklungen ein gravierender Mangel ist als die Dunkelziffer im Bereich der Literaturgeschichte“, schreibt der Herausgeber in der Einleitung zu vorliegender Publikation. Der ursprüngliche Plan auch byzantinische, arabische und jüdische Literatur musste fallen gelassen werden, aber einige dieser Quellen sind durch lateinische Übersetzungen dennoch präsent.
 
  Mit dem Jahr 751 beginnend wird also in vorliegender Publikation über das Mittelalter akribisch in historischer sowie literaturwissenschaftlicher Hinsicht Buch geführt. Der erste Eintrag zu K wie Kunst findet sich für das Jahr 760 in dem Santa Sofia geweiht wurde. Einträge zur Geschichte und Literatur folgen und verfolgen vorerst das Leben der Pippiniden, dann die Sachsenkriege Karls des Großen sowie die Grammatik des Petrus von Pisa auf Latein und die Hammelburger Markbeschreibung auf Deutsch. Die Periode 776-800 war etwa gekennzeichnet vom Staatsstreich der Kaiserin Irene in Byzanz und der Aufnahme diplomatischer Beziehungen Karls des Großen zu Harun al-Raschid, dem damaligen Kalifen von Bagdad. Den letzten Eintrag bekommt das Mittelalter in vorliegender Publikation des Reclam Verlages mit der Fünfjahresperiode 1516-1520 in der etwa Hernan Cortés das Aztekenreich in Mexiko zerstörte oder Fernao de Magalhaes erstmals die Welt umsegelte. 1518, also vor bald genau 500 Jahren wurde Martin Luther auf dem Reichstag zu Augsburg verhört und wer all diese Informationen liest oder nachschlägt wird alsbald gewahr, wie sehr sich die Geschichte doch ähnelt.
 
  Ein Großteil des vorliegenden Bandes besteht aus den Register-Tabellen zur verwendeten Literatur (289-408).

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