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Robin Hobb
Der Adept des Assassinen
Die Legende vom Weitseher I
(Assassin’s Apprentice, 1995)

Lübbe
1999
Übersetzt von Eva Bauche-Eppers
511 Seiten
DM 14,90 öS 109,-


Von Alfred Ohswald am 12.11.2000

  Ein fünfjähriger Junge wird von seinem Großvater zu einer Burg gebracht, weil er der Bastard des Thronerben ist und er nicht mehr willens ist ihn durchzufüttern. Seine Existenz bereitet der Königsfamilie wenig Freude, doch er wird trotzdem unter der Obhut des Stallmeisters zum Herrschersitz gebracht. Bevor er seinen Vater, den Kronprinz zu Gesicht bekommt, zieht sich dieser mit seiner Frau in eine Provinz zurück und gibt seinen Thronanspruch auf.
  Der Junge wird von dem meisten Burgbewohnern „Fitz“ genannt und bleibt bei Burrich, dem Stallmeister. Bei seiner Arbeit mit Tieren entdeckt er seine Fähigkeit, auf übersinnlichem Weg mit ihnen in Kontakt zu treten, doch Burrich verbietet ihm strengstens die Benutzung dieser Fähigkeit.
  Eines Tages wird der König auf ihn aufmerksam und er wird in den Nachtstunden heimlich von Chade, dem Halbbruder des Königs als Meuchelmörder ausgebildet um später in des Königs Auftrag heimlich Leute aus dem Weg zu räumen. Später wird er auch zum Gabenmeister Galen zur Schulung seiner übersinnlichen Fähigkeiten gesandt. Doch Galen hasst ihn und blockiert sein Talent bei einer Konfrontation nachhaltig.
  In dieser Zeit wird das Reich von den sogenannten Roten Korsaren von See her bedroht. Sie rauben und plündern Küstendörfer und entführen die Bewohner. Eines Tages stellen sie eine kuriose Lösegeldforderung. Wenn bezahlt wird, töten sie die Entführten, sonst schicken sie diese zurück. Nachdem der König natürlich ablehnte, kommen die Geiseln als komplett verwandelt zurück. Äußerlich die selben Menschen, benehmen sie sich völlig hemmungslos und ziehen raubend und plündernd durch die Gegend. Die wachsende Zahl dieser Entfremdeten stellt ein immer größer werdendes Problem im Reich dar. Keine Behandlung bewirkt, dass diese Menschen wieder in ihr altes Selbst zurückfinden.
  Bald wird Fitz allein oder mit seinem Lehrmeister Chade mit seien ersten Aufträgen ausgesandt. Seine Herkunft verwickelt ihn aber auch bald in die Intrigen bei Hof und bringt ihn immer wieder in höchste Lebensgefahr.
 
  Der Erfolg dieser Fantasyreihe ist nicht unbegründet, die Charaktere sind durchaus tiefschichtig herausgearbeitet. Allerdings leiden manche ein wenig an der Genretypischen schwarz-weiß-Malerei, aber das gehört ja praktisch schon zu einem Kennzeichen der Fantasy. Die Autorin lässt die Geschichte sich langsam entwickeln, wobei die Entwicklung und die Erlebnisse des Hauptcharakters den Mittelpunkt bilden. Die ganze Handlung wird immer aus seinem Blickwinkel erzählt. Diese Erzählweise wird konsequent durchgehalten, es gibt keine Nebenstränge mit Erlebnissen anderer Figuren.
  Die Sprache ist für einen Fantasy-Roman überdurchschnittlich gut und auch die Übersetzung kann man, trotz einiger Kritikpunkte, insgesamt als sehr gelungen bezeichnen. Die oft aufkommende, melancholische Stimmung des Romans wird ohne übertriebenes Pathos mit oft wenigen, gelungenen Sätzen wirkungsvoll beschrieben. Auch bei den Dialogen beherrscht Hobb ihr Handwerk hervorragend und beschränkt sich dabei nicht nur auf für die Handlung unbedingt nötigen 08/15-Sätze. Dieser erste Teil hat kein wirklich offenes Ende und kann darum durchaus ohne die folgenden Bücher der Reihe gelesen werden. Lesern, die Fantasy immer wieder gerne zur Hand nehmen, kann man das Buch ziemlich uneingeschränkt empfehlen.

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