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Bernd Kiefer / Norbert Grob (Hrsg.)
Western

Reclam
2003
381 Seiten
ISBN-13: 978-3150184028
€ 9,80


Von Alemanno Partenopeo am 08.11.2017

  In den letzten 100 Jahren zwischen 1903 und 2003 wurden wohl mehr als 1200 Western gedreht, wie die Herausgeber aufgrund des Hanser Western-Lexikons schätzen. Aus diesen 1200 haben sie nun die ihrer Meinung besten 70 ausgewählt und mit einer Einleitung versehen. Natürlich befindet sich am Ende der Publikationen ein Autoren und Autorinnenregister sowie ein Register der Filmtitel mit allen besprochenen 70 Filmen. Die Autoren wollten eine Hommage an den Western gestalten, eine „würdigende Erinnerung eines scheinbar kaum mehr zeitgemäßen Genres“, aber bald merkten sie, dass es auch im Genre Western wieder sehr viele Subgenres gibt, die wiederum ihren eigenen Fankreis hatten und daraus ergab sich dann auch die Gliederung des vorliegenden Buches.
 
  Als Genre sei der Western „ein Tanzfest auf der Grabplatte der Helden: Ballade und Ballett. Wie der Tanz hat der Western seine strenge Form und Choreographie. Die Figuren und ihre Bewegungen sind vorgegeben.(...) Der Reiz bestehe in der leichten Variation des festen Schemas. So unterscheiden sie zwischen fünf Subgenres im Western. Da wäre einmal der naive Western, die Epics, dramatische und psychologische Western, kritische und sketpische Western und sog. Spätwestern. Aber in allen Western geht es letztendlich um die „Geburt einer Nation“, denn der Mythos der Gründung der USA hängt eng mit dem Westerngenre zusammen und sollte zur Identifikation der neuen Staatsbürger mit der Nation wesentlich beitragen. Richard Slotkin nannte dies „The Gunfighter Nation“, denn im Western sind alle wesentlichen Elemente der USA als Nation bereits enthalten: der Pioniergeist, die Erfahrung der Grenze, die Eroberung des Kontinents. Die meisten Western spielen übrigens zwischen 1865 und 1890 und handeln zumeist von einem Individuum, das sich gegen Natur und Kultur durchsetzen muss: der Held. Sein Handeln folgt einem ganz eigenen Ethos, schreiben die Herausgeber in der Einleitung, dem des American Dream.
 
  Die neun zentralen Erzählungen des Genres werden von den Autoren ebenfalls beschrieben, dabei geht es u.a. um die Entdeckung neuer Grenzen, den Krieg gegen die Indianer, den Prozess der Zivilisierung, Strafverfolgung und Rache, town tamer stories, Aufbruch in die Wildnis, Indianerabenteuer, Verfall einer Gründerdynastie und schließlich die Legendenbildung. Dass ausgerechnet der Italiener Sergio Leone zu einer Wiederbelebung des Western-Genres beitrug, mag viele überraschen noch dazu wenn man bedenkt, dass Leone eigentlich bei einem Eastern seine Inspiration verdankt: Yojimbo von Akira Kurosowa stand quasi Pate für die Neuauflage eines ganzen Genres, das bis heute magnetisch das Publikum in seinen Bann zieht. Die vorliegende Publikation ist illustriert und ein praktisches Nachschlagewerk zu einigen (70!) der bekanntesten Werke des Genres.

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