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Ashwien Sankholkar
Der geplünderte Staat und seine Profiteure

Residenz
2017
240 Seiten
ISBN-13: 978-3701734269
€ 22,-


Von Alfred Ohswald am 02.10.2017

  Passend zu den bevorstehenden Wahlen kann man sich hier noch mal die Sünden der vergangenen Jahre unserer Politiker ins Gedächtnis rufen, bei denen sie traurigerweise so oft erfolgreich auf das schlechte Kurzzeitgedächtnis ihrer Wähler setzen können. Sankholkar tritt hier in die Fußstapfen des verstorbenen Kurt Kuch, der 2011 mit seinem „Land der Diebe“ ein ähnlich geartetes Buch mit einer Zusammenfassung der mehr oder weniger aktuellen Skandale geschrieben hat.
 
  Sankholkar beginnt mit dem Burgtheaterskandal, in dem ein ganzes System, in dem sich jeder bedient hat, aus dem Ruder gelaufen ist und niemand die Verantwortung übernehmen wollte. Welcher Politiker will schon als Gegner der Kunst dastehen oder gar kritische Wortmeldungen prominenter Künstler riskieren?
  Kapitel 2 behandelt die Telekom-Affäre, einem klassischen Politskandal rund um einen Betrieb mit noch immer einigen Einfluss der Politik, nicht zuletzt im Zusammenhang mit ihrer geschäftlichen Ost-Erweiterung. War die Burgtheater-Geschichte noch in guter österreichischer Tradition vorwiegend eine Sache von Laissez-faire von SPÖ- und ÖVP-Politikern, so durften bei Telekom in erster Linie ÖVP und auch schon einige prominente Vertreter der damaligen FPÖ, später BZÖ mitmischen. Ein geradezu klassisches Beispiel, wie schnell Macht den Charakter verderben kann. Hier wird in Zusammenhang mit dem umtriebigen Alfons Mensdorff-Pouilly auch der Blaulichtfunk-Skandal abgehandelt. Und natürlich war die Weste der SPÖ hier dann doch nicht ganz sauber.
  Spielte Karl-Heinz Grasser, gerne genannt KHG, schon im vorigen Kapitel eine Rolle, so ist er im Buwog-Skandal in Kapitel 3 zweifellos die Hauptfigur.
  Es folgen die Skandale rund um den Ankauf der Eurofighter in denen wiederum die schon wohlbekannten KHG und Mensdorff-Pouilly eine prominente wenn auch beileibe nicht die alleinige Hauptrolle spielen.
  Kapitel 5 dreht sich um die Nationalbank, ihre einigermaßen umstrittenen Gehälter und hier auch schon die unvermeidliche Hypo Alpe Adria.
  Kapitel 6 um die Rettung der Staatsbanken insbesondere in der Krise 2009.
  Kapitel 7 beleuchtet das scheinbar recht geringe Interesse an manchen Strafverfolgungen der Justiz unter Minister Wolfgang Brandstetter.
  Abschließend gibt es noch ein umfangreiches Resümee, in dem auch noch Dinge, wie die fragwürdige Presseförderung oder das Amtsgeheimnis zur Sprache kommen.
 
  „Der geplünderte Staat und seine Profiteure“ ist keine leichte Kost mit seinen zahlreichen Namen und Firmen. Aber wer sich vor den Wahlen noch einmal umfangreich und kompetent informieren will, liegt hier goldrichtig. Sicher leider auch nach den Wahlen, weil sich wohl wenig an den beschriebenen Sachverhalt ändern wird.

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