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Kendare Blake
Die Schwestern
Der schwarze Thron 1
(Three Dark Crowns (Book 1))

Penhaligon
2017
Übersetzt von Charlotte Lungstrass-Kapfer
448 Seiten
ISBN-13: 978-3764531447
€ 14,99


Von Alfred Ohswald am 22.09.2017

  Der Titel sagt schon sehr treffend aus, um was es in diesem Fantasy-Epos geht. Es sind drei Schwestern, die um einen Thron kämpfen. Und sie leben in einer Welt, in der es Magie gibt. All drei sollten eine Gabe haben, eine besonders starke Art der Magie. Katharina soll Giftmischerin, Arsinoe Naturbeherrscherin und Mirabella Elementbeherrscherin sein und ihre Schwestern nach einem bestimmten Zeitpunkt töten. Allerdings ist bisher die jeweilige Gabe nur bei Mirabella zu Tage getreten. Katharina und Arsinoe warten noch in einer Mischung aus Hoffnung und Bangen auf das Erwachen ihrer Gabe.
  Da aber recht handfeste politische Interessen mit der Thronbesteigung jeder der drei Schwestern verbunden sind, können durchaus auch andere Mittel zur Ausschaltung der jeweiligen Konkurrentin eingesetzt werden. Natürlich auch unter Ausnutzung der Schwächen pubertierender Mädchen.
 
  Gleich vorweg: Der nicht seltene Vergleich mit „Game of Thrones“ ist etwas sehr weit hergeholt. Nur weil es um politische Intrigen in einer Fantasy-Welt geht, haben die Beiden noch lange nicht besonders viel gemeinsam.
  In „Der schwarze Thron“ gibt es nur die drei Schwestern und potentiellen Königen als Hauptfiguren, und nur aus deren Sicht wird die Handlung erzählt. Darum spielt natürlich die Entwicklung dieser drei doch recht unterschiedlichen Heldinnen eine große Rolle. Außerdem geht die Handlung bei „Der schwarze Thron“ zumindest Anfangs deutlich geruhsamer voran. Das zweifellos vorhandene Erzähltalent Blakes sorgt aber dafür, dass trotzdem zumindest meist keine Langweile aufkommt. Auch nicht jedermanns Sache ist möglicherweise eine etwas zu kräftige Portion Romantik. Und sicher ein Aspekt, der in „Game of Thrones“ so völlig anders behandelt wird!
  Kurz: wenigstens die ersten drei Teile (im Original) von „Game of Thrones“ spielen schon noch in einer anderen Liga aber die erreicht selbst George R. R. Martin ab Teil Vier ja leider selbst nicht mehr. Was aber keineswegs bedeuten soll, „Der schwarze Thron“ wäre nicht gut gelungen, im Gegenteil. Zum aktuellen Zeitpunkt gehört es wohl zum Besseren, was das Genre zu bieten hat.
  Nur wer gegen „coming of ages“-Geschichten allergisch ist oder mehr ein rasantes Erzähltempo bevorzugt, sollte wohl die Finger von diesem Roman lassen, was aber bei genauerer Betrachtung für wohl die Hälfte aller Fantasy-Romane gilt.
  Wem der Name „Arsinoe“ irgendwie bekannt vorkommt, hat ihn vermutlich in irgend einer historischen Dokumentation gehört. Es ist der Name einiger ägyptischer Königinnen aus der Dynastie der Ptolemäer, einer Familie mit ausgesprochen mörderischen Neigungen, deren letzte Vertreterin die berühmte Kleopatra war, die ebenfalls ihren Bruder ermorden lies. Ein ausgesprochen passender Name für eine der drei potentiell ebenfalls ausgesprochen mörderischen Schwestern.

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