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Dennis O’Neil / Devin Grason / Bob Gale / Alex Maleev / Dale Eaglesham
Niemandsland: Bd. 1
Batman

Panini
2017
Übersetzt von Marc Hillefeld und Ralph Kruhm
300 Seiten
ISBN-13: 978-3741604812
€ 26,99


Von Alemanno Partenopeo am 20.09.2017

  Gotham City Ende der 90er Jahre: erst ein tödliches Virus, dann ein verheerendes Erdbeben. Die Stadt ist von außen abgeriegelt, weil nicht einmal der Multimillionär Bruce Wayne Hilfe von außen holen konnte. Niemand kommt mehr hinein und niemand kommt mehr heraus, dazwischen liegt ein Niemandsland in dem es nicht einmal mehr einen Batman gibt. Oder doch? Commissioner Gordon glaubt nicht mehr an den Dunklen Ritter und erobert auf eigene Faust das Polizeikommissariat zurück. Die Stadt wird nämlich von verschiedenen Banden beherrscht, die nur mehr einzelne Viertel beherrschen. Eine solche „Bande“ sind auch die GCPD: das Gotham City Police Department mit seinen Blue Boys, die gegen die Demonz und Loboys um ihren Einflußbereich kämpfen wie jede andere Gang Gothams auch. „HELLcomeS to Gotham City“ wurde eine Verkehrsschild an der Einfahrt noch Gotham übermalt, denn Graffiti war Ende der Neunziger noch voll in. Auch die einzelnen Einflussbereiche in den stadtvierteln werden so gekennzeichnet und tatsächlich ist auch ein Zeichen, das einer gewissen Fledermaus ähnelt aufgetaucht. Aber Gordon glaubt nicht an Batman. Er will die Stadt allein zurückerobern. Ohne fremde Hilfe.
 
  Es könnte eine Verschwörung der Versicherungsgesellschaften sein, vermutet ein Grenzschützer des Militärs vor der Stadt, der einen Priester mit Hilfslieferungen für Gotham vor den Toren der Stadt abfängt: Nichts geht hinein, nichts kommt heraus. Doch da macht ein roter Apfel die Runde, ein kostbares Objekt, das in Gotham seit mehr als zwei Monaten nicht mehr zu bewundern war. Die Einwohner sind wieder zum Tauschhandel zurückgekehrt, selbst an Patronen mangelt es und so häufen sich auch wieder Faustkämpfe und Raufereien, in einer Stadt, die völlig sich selbst überlassen ist. Die Atmosphäre erinnert etwas an den SF-Thriller „Die Klapperschlange“ (R: John Carpenter 1981) mit Kurt Russell, nur dass dort zwar Superschurken aber keine Superhelden mitspielen. Commissioner Gordon frägt sich, ob es jemals eine Zivilisation ohne Gefängnisse gegeben habe, aber leider ist selbst die Stadtbibliothek Opfer der Unruhen geworden, denn ihre Bücher werden verbrannt, um Wärme zu erzeugen, denn es gibt nicht nur nichts zu essen, sondern es ist auch noch kalt in diesem Gotham ohne soziale Infrastruktur und öffentliche Verwaltung.
 
  Neben Scarecrow und dem Joker ist auch der Bauchredner mit seiner Puppe Scarface in Gotham unterwegs und auch ein Viertel, das sich bald nur mehr Jokerville nennt, gehört zu Gotham City. Viel wird in dieser Geschichte auf den Mythos gegeben, denn nicht nur eine unbekannte Batman-Epigonin versucht zu verheimlichen, dass sie nicht der echte Batman ist. Sie vertraut darauf, dass keiner der Gangster es zugeben würde von einem Mädchen in die Flucht getrieben worden zu sein und die überlebenden Geschichtenerzähler ohnehin mit ihrer Geschichte übertreiben werden. Aber auch Batman selbst vertraut darauf, dass sein Mythos größer ist als er und als Huntress auftaucht und ihm unter die Arme greift, sieht es bald gar nicht mehr so schlecht aus für Gotham City, die Stadt der Gesetzlosen.

Von Alfred Ohswald am 27.07.2018

  Vor dem Hintergrund einer Erbnebenkatastrophe in Gotham, der Heimatstadt Batmans, seiner Mitkämpfer und natürlich seiner prominenten Gegner, wie Joker, Pinguin, Two-Face usw. und der damit einhergehenden, ausbrechenden Anarchie spielt diese Reihe. Der Staat hat Gotham unter eine Art Quarantäne gestellt, ohne Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen und darum drehen sich fast alle Auseinandersetzungen um Ressourcen.
 
  Die „Niemandsland“-Bände bestehen aus im Original in Heftform erschienen Bänden mit recht volluminösen 300 (1. Teil) bzw. 260 (2. Teil) Seiten. Die Sammelbände sind von unterschiedlichen Zeichnern mit oft extrem unterschiedlichen Stilen gezeichnet. Da gibt’s ebenso eine Mischung aus Tim und Strupi und Mangas bis zu recht grob wirkenden, ausgesprochen realistischen Zeichnungen mit nicht aus dem Fitnessstudio mit Anabolika vollgepumpten Superhelden und -heldinnen, sondern etwa in einen unrasierten Batman. Mit wenigen Ausnahmen, wie den kaum ins Bild passenden Heften mit dem Helden „Azrael“, sind sowohl Storys und Illustrationen herausragend.
  An den Storys fällt angenehm auf, dass sie nicht immerzu in der sonst anscheinend unvermeidlichen Klopperei zwischen Batman und seinen Kontrahenten enden und die Illustrationen ragen durch ihren Variantenreichtum heraus, der ohne die unsäglichen, glattgebügelten Computer-Colorierungen auskommt.
  Diese Besprechung basiert nur auf den ersten beiden Bänden, den Rest kenne ich nicht, und kann somit nicht beurteilen, ob dieses sehr hohe Niveau gehalten werden kann.

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