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Hamed Abdel-Samad
Der Koran
Botschaft der Liebe Botschaft des Hasses

Droemer
2016
236 Seiten
ISBN-13: 978-3426277010
€ 19,99


Von Andreas Rüdig am 11.06.2017

  Der Koran ist das heilige Buch der Muslime. Er erhob den Hass zur Tugend und den Krieg zum Gottesdienst. Die entsprechenden Suren wurden als letzte offenbart. Sie gelten daher als das eigentliche Manifest Gottes.
  Nur negativ ist der Koran aber nicht. Er vermittelt auch Liebe, Mitgefühl und Toleranz, bietet also spirituellen Halt.
  Abdel-Samad wurde 1972 in der Nähe von Kairo geboren. Heute gilt der Publizist als einer der profiliertesten islamischen Intellektuellen im deutschsprachigen Raum.
  Das Buch ist schwierig einzuordnen. Es führt in die Gedankenwelt des Korans und seiner Suren ein. Dazu gibt es auch Hinweise auf die Entstehungszeit. Gleichzeitig werden die Suren interpretiert und erläutert. Hier gibt es also Verständnishilfen, die erklären können, wie es zum Islamismus und Salafismus, Feindschaft gegen Christen, Juden und Ungläubige kommt. In seinem verständlichen und anschaulichen Ansatz ist das Buch durchaus gelungen.
  Gleichzeitig bleiben aber auch Fragen. Wie verbindlich sind die Ausführungen? Welchen wissenschaftlichen Hintergrund, welche religiöse und moralische Autorität besitzt der Autor?
  Die Intention ist wohl offensichtlich. Es soll Wissen vermittelt und um Verständnis geworben werden. Werbung für irgendeine Richtung des Islam wird hier nicht gemacht.
  Dem Islam als Religion wird von seinen Kritikern vorgeworfen: Der Wolf tritt hier im Schaftspelz auf, solange er in einer Minderheitenposition ist. Man muß sich also schon an anderer Quelle mit der Person Abdel-Samad beschäftigen, um seine wahren Absichten zu erkennen. So wird beispielsweise eine Aussage der Süddeutschen Zeitung werbend im Buch angeführt, daß der Autor früher selbst ein Islamist war, inzwischen aber seine Meinung geändert habe und heute diese Ideologie bekämpfe. Gilt: Einmal Islamist immer Islamist.
  Überrascht wird der unbefangene Leser schon sein, wenn er in der Internetenzyklopädie Wikipedia den Text über Abdel-Samad liest. Dort wird der Autor als Islamkritiker vorgestellt. Aus dem Buch heraus ist dies nicht unbedingt ersichtlich. Dazu wirken die Ausführungen im vorliegenden Buch zu neutral, um eine kritische Auseinandersetzung erkennen zu lassen.

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