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Gabriella Wollenhaupt
Grappa und die Venusfalle

grafit
2017
218 Seiten
ISBN-13: 978-3894254872
€ 11,-


Von Andreas Rüdig am 11.06.2017

  Marina Schrott wird als Leiche aus dem Phoenix-See gezogen. Tod durch Ertrinken - die Todesursache ist nicht überraschend. Die "Mutter Teresa von Bierstadt" wurde allerdings in einem ihrer Hundesalons ertränkt. Polizei-Reporterin Maria Grappa hat ihren nächsten Fall.
  Auf den ersten Blick gibt es die gewohnte rasante Unterhaltung a la Grappa. Es geht um Mord und Totschlag, Kindesmißbrauch und Kinderpornographie. Die Wayne, Friedemann Kleist, Schmitz und den Redaktionsmitgliedern (insbesondere "Mäggi" Dr. Margarete Wurbel-Simonis) gibt es den gewohnten Grappa-Kosmos. Die Reporterin veröffentlicht ihre Ermittlungsergebnisse als Zeitungsartikel - wie gewohnt ist die Reporterin zum Teil schneller als die Polizei erlaubt, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Das zwiespältige Verhältnis zu den Gesetzeshütern wird hier immer wieder angedeutet.
  Wollenhaupt arbeitet selbst schon lange Zeit als Journalistin in Dortmund ("Bierstadt"). Sie kann bei der Handlung selbst auf ihre berufliche Erfahrung zurückgreifen. Die Arbeit in der Redaktion wird mit viel Humor gezeichnet. Die Autorin greift in ihrer Grappa-Kriminalbuchreihe oft genug tagesaktuelle (lokale) Ereignisse auf; ob und in welchem Umfang das hier auch geschieht, ist nicht unbedingt zu erkennen.
  Anfangs fühlt man sich als Leser angesichts der ausgesprochenen Themenvielfalt auch leicht überfordert. Kindesmißhandlung, Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom, der Umgang mit Behinderten, die Entzauberung einer wohltätigen Dame und Kinderpornographie werden angesprochen. Wäre weniger nicht mehr gewesen?
  Zum Glück gibt es ja noch eine kleine Liebesgeschichte und eine Veränderung in der Redaktion am Ende der Geschichte.
  Grappa ist nicht mehr so auf Krawall gebürstet wie zu Beginn der Buchreihe, die (mit diesem Band) inzwischen aus 27 Bänden besteht. Sie wirkt gereifter und nachdenklicher. Bedenklich ist ihr Verhältnis zur Gerechtigkeit. Wieviel Selbstjustiz ist erlaubt? Darf man jemanden der weltlichen Gerechtigkeit entziehen, nur weil man es subjektiv für gerechtfertigt hält? Fragen wie diese werden hier angesprochen.

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