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Jürgen Kehrer
Das Kappenstein-Projekt

grafit-Verlag
1997
185 Seiten
ISBN-13: 978-3894250737


Von Andreas Rüdig am 06.06.2017

  Ein Serienmörder geht um im westfälischen Münster. Als auch die grüne Stadtkämmerin Jutta Rausch um ihr Leben fürchten muß, engagiert sie den Privatdetektiv Georg Wilsberg als Personenschützer. Was haben die Morde mit den Kappenstein-Projekt zu tun, einem geplanten riesigen Vergnügungspark?
  
  Das Buch ist ein klassischer Kriminalroman. Wilsberg ist ein gescheiterter Rechtsanwalt mit familiären Problemen, der als Privatdetektiv arbeiten muß, um sich über Wasser zu halten.
  
  Es gibt den kriminalliterarischen Dreisprung Aufgabenstellung - Arbeit des Detektives - Lösung. Letztere ist etwas schwach ausgeprägt. Der Leser erfährt, wer der Täter ist und was seine Motive sind. Der eigentliche Ablauf des Verbrechens bleibt aber im Dunkeln.
  
  Es gibt Elemente des Regionalkrimis. Auch wenn sie theoretisch woanders spielen könnte, weist die Handlung überdeutliche Bezüge zu Münster auf. In Großstädten wie Köln oder Düsseldorf würde sie nur schlecht funktionieren - dort herrscht ein anderes geistiges und politisches Klima.
  
  Elemente des Politi-Thrillers kommen hinzu. Es geht um die Grünen und die Geschichte der Partei. Die politische Biographie der Opfer spielt genauso eine Rolle wie die Biographie der Kämmerin, Lokalpolitik und die Motivation des Mörders.
  
  Vor allem aber ist dies ein deutscher Roman. Der grafit-Verlag hat sich sehr verdient um den deutschsprachigen Kriminalroman gemacht. Insbesondere die Wilsberg-Krimins wurden inzwischen wohl fürs Fernsehen verfilmt. Was von diesen Verfilmungen zu halten ist, können andere besser beurteilen. Sie sprechen auf jeden Fall aber dafür, daß die deutschsprachige Kriminalliteratur aus ihrer Bedeutungslosigkeit herausgekommen ist.

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