Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
Cixin Liu
Die drei Sonnen
(The Three Body Problem Trilogy Book 1 - Sanbuqu Santi, 2007)

Heyne
2016
Übersetzt von Martina Hasse
592 Seiten
ISBN-13: 978-3453317161
€ 14,99


Von Alfred Ohswald am 03.02.2017

  Der erste chinesische Science-Fiction-Roman, der den Hugo Award (2015) gewann erweckt natürlich hohe Erwartungen oder zumindest Neugier. Es handelt sich um eine klassische Geschichte aus dem Genre, die einen Erstkontakt mit einer anderen intelligenten Spezies schildert. In diesem Fall handelt es sich um eine Zivilisation aus einem Drei-Sternesystem in unserer nächster Nachbarschaft, dass wegen extrem ungünstiger Lebensbedingungen auf der Suche nach einem lebenswerteren Planeten ist und deshalb den Menschen nicht gerade wohlgesonnen ist.
  Der Kontakt entsteht durch einen Funkspruch einer chinesischen Wissenschaftlerin, die sich vor den Wirren der Kulturrevolution in eine entlegene Radarstation zurückgezogen hat. Eigenartigererweise bekommen die Fremden Helfer auf der Erde, die aus verschiedenen Gründen der Menschheit sehr skeptisch gegenüberstehen.
 
  Die Handlung wechselt ziemlich oft Zeit- und Personenebene, ist aber trotzdem gut und ohne zu verwirren lesbar. Personen werden praktisch nur aufgrund ihrer Handlungen und Dialoge gezeigt, was für die westlichen Lesegewohnheiten nicht gerade üblich aber durchaus reizvoll ist. Wie viele amerikanische Science-Fiction-Romane fast ausschließlich in den USA mit Amerikanern als Protagonisten bevölkert sind, so sind es hier eben Chinesen. Außer, dass es deutlich exotischer wirkt, ändert sich für die deutschsprachigen Leser also eher wenig.
  Eine relativ große Rolle spielt die Physik, nicht zuletzt spielen Wissenschaftler weitgehend die Hauptrollen. Allerdings werden die physikalischen Möglichkeiten der fremden Zivilisation nur denkbar, wenn man die Sting-Theorie teilweise extrem exotisch auslegt. Da werden Dimensionen wie Origami ent- und gefaltet. Auch, dass Lebewesen sich dehydrieren und wiederbeleben können, ohne in Flammen aufzugehen, obwohl sie offensichtlich brennbar sind, ist nicht ganz logisch nachvollziehbar. Generell wird diesen weit hergeholten wissenschaftlichen Erklärungen auch noch reichlich Raum gegeben, was sicher einige Leser verwirren, andere verärgern wird.
  Davon abgesehen ist es ein durchaus gut lesbarer Roman. Ob er gleich den Hugo verdient hat, kann man so oder so sehen.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.