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Eduard Hartmann
Endstation Darknet

Edition Innsalz
2016
434 Seiten
ISBN-13: 978-3903154124
€ 22,90


Von Alfred Ohswald am 15.01.2017

  Florian, Besitzer eines kleinen Computerladens, lernt eine schöne junge Frau bei einem Blumenstand am Marktplatz kennen und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Nach einer eher kurzen Beziehung trennt sie sich vor ihm. Während er noch voller Selbstmitleid der Verflossenen nach jammert, verguckt er sich schon in die nächsten Schönheit.
  Durch Zufall und mit Hilfe seines Hacker-Freundes Charly fallen ihm Daten aus dem Bereich Kinderpornographie in die Hände. Der Besitzer, ein Mann namens Ismail, der Daten bitter Florian, seinen Computer zu reparieren und er lässt sich von Charly dazu überreden, den Auftrag anzunehmen, um eventuell mehr herauszufinden. Obwohl Florian befürchtet, dass Ismail die Reparatur nur als Vorwand benutzt, weil er ihn unter verdacht hat. Aber Florian und Charly fürchten, dass ihre bisherigen Informationen noch nicht ausreichen, um die Täter bei der Polizei wasserdicht dingfest machen zu können.
 
  Ein ausgesprochen gut gelungenes Cover lässt die Leser einen dementsprechenden Thriller erwarten, doch diese Erwartung wird auf eine lange Geduldsprobe gestellt. Bis Seite 85 gibt es nur einen recht schmalzigen Beziehungsschwank mit einem ausgesprochen schwärmerischen Helden. Man fürchtet fast, das falsche Buch wäre in dem Einband gelandet. Nicht, dass Liebesgeschichten nicht auch ihre Berechtigung hätten, und Hartmann hat ja einen ansprechenden Erzählstil, nur in einem Thriller haben sie dieser Ausführlichkeit eigentlich nichts verloren, weil das Zielpublikum ein völlig anderes ist.
  So angenehm der Schreibstil mit seinen kurzen, prägnanten Sätzen ist, so neigt die Hauptfigur leider ein wenig zum Schwadronieren. So sind etwa die Ankündigungen, dass man die Bösewichte zu fassen beabsichtige, kurz bevor und nachdem er einen von ihnen zum ersten Mal aufsucht, nicht unbedingt nötig und wären vermutlich, wie sicher ein Großteil der beiden Liebesgeschichten, von einem Lektor weggekürzt worden. Glücklicherweise gibt es dann auch wieder Abschnitte, wo der Autor flott und ohne häufige Selbstgespräche oder Liebesgeschichten vorankommt.
  Leider eine weitere Schwäche ist manche Charakterzeichnung. So erkennt der Held den Bösewicht schon an der Stimme und später am falschen Lächeln und sogar am Geruch als üblen Charakter. Erstens trieft es geradezu vor Klischee und ist nebenbei auch nicht gerade realistisch.
  Wer sich an diesen, nicht wirklich tragischen Schwachpunkten und einer ziemlich ausführlichen Erzählweise nicht stört, bekommt hier einen Thriller zu einem höchst brisanten und aktuellen Thema.

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