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Batya Gur
Denn am Sabbat sollst Du ruhen

Goldmann
1995
384 Seiten
DM 14,90


Von Claudine Borries am 22.10.2000

  Batya Gur wurde für diesen Roman mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet. Sie lebt mit ihrem Mann, einem Psychoanalytiker, und ihren drei Kindern in Jerusalem. Der vorliegende Roman spielt im Psychoanalytikermilieu. Man merkt, dass sich Batya Gur bestens auskennt in diesen Kreisen. Ein Mord an einer Psychoanalytikerin in einem psychoanalytischen Institut in Jerusalem ist Ausgangspunkt für den Kriminalfall.
  Hervorragend sind Batya Gurs Detailkenntnisse über das, was in psychoanalytischen Instituten und was in psychoanalytischen Therapien geschieht. Sie weiß, dass Psychoanalytiker meist unter sich bleiben, auch in ihrem geselligen Umgang. Psychoanalytische Gesellschaften sind elitäre Zirkel, zu denen kein Uneingeweihter Zugang bekommt. Die Eifersucht, der Neid, der elitäre Anspruch, die Konkurrenz, aber auch die Einsamkeit von Menschen, die diesen Beruf ausüben, wird sehr gut dargestellt.
  Die besonderen äußeren Umstände machen die Aufklärung dieses Falles für Inspektor M. Ochajon delikat und außerordentlich schwierig. Dass es am Ende zur Aufklärung kommt, versteht sich.
 
  Das Buch ist spannend geschrieben und überaus interessant für alle jene, die etwas über das besondere Gebiet der Psychoanalyse erfahren wollen. Ich beginne zunehmend, Kriminalromane als literarische Gattung zu betrachten, die unter gewissen Bedingungen anspruchsvolle Leser durchaus anzusprechen vermögen. Wenn sie, wie im vorliegenden Band, sprachlich differenziert geschrieben, psychologisch ausgefeilt und gesellschaftliche Zustände beschreibend sind, dazu womöglich nicht mal gar so entfernt vom wirklichen Leben, können sie einen ausgezeichneten Lesegenuss gewährleisten.
  Hier liegt ein solches Buch vor, das man wirklich empfehlen kann.

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