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Ben Sanders
American Blood

Heyne
2016
Übersetzt von Berni Mayer
432 Seiten
ISBN-13: 978-3453418394
€ 9,99


Von Hans Durrer am 24.10.2016

  Man liest anders, wenn man die Orte, wo eine Geschichte spielt, aus eigener Anschauung kennt. Zugegeben, ich spreche von mir.
 
  „American Blood“ spielt hauptsächlich in New Mexico. Und da ich schon einige Male dort gewesen bin, fühlte ich mich bei diesem rasanten Thrillers immer mal wieder vor Ort mit dabei. Der dortige blaue Himmel, die kalte und karge Landschaft, die Weite gemahnen einen gelegentlich an den Mond oder den Mars. Doch eben nicht nur:
 
  „Er fuhr auf der I-25 zurück nach Norden, nach Santa Fe und dort östlich auf der San Francisco Street durch die Innenstadt. Niedrige Lehmziegelhäuser, überall spanische Verzierungen. Die Kathedrale des heiligen Franz von Assisi schmückte das Ende der Strasse. Ihm gefiel dieses Bewusstsein für Tradition. Die älteste Hauptstadt eines amerikanischen Bundesstaates und er mittendrin: ein Glücksritter in tausendjähriger Tradition.“
 
 Worum geht's?
  Marshall Grade arbeitete als Undercover-Cop in New York. Dann flog er auf, musste fliehen, vom mächtigen Drogenkartell von Tony Asaro wurde ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt, er wird in einem Zeugenschutzprogramm in New Mexico untergebracht. Die ihm zur Verfügung gestellte Wohnung vermietet er und nimmt sich in Santa Fe eine günstigere Unterkunft.
 
  Dann verschwindet eine junge Frau namens Alyce Ray, die ihn an jemanden aus seinem früheren Leben erinnert (wer das genau ist, wird im Verlaufe der Geschichte enthüllt). Marshall macht sich auf die Suche nach ihr und gerät dabei an äusserst brutale, gewalttätige Drogenhändler. Darüber hinaus wird er von einem Auftragskiller (von dem man auch erfährt, wie er dazu geworden ist) gejagt.
 
  Marshall ist ein nachdenklicher, wortkarger Typ, der es besonders den Frauen, mit denen er zu tun hat, nicht gerade leicht macht. Doch auf sich allein gestellt ist er nicht; Hilfe erhält er von Lucas Cohen, einem Polizisten, der im Zeugenschutzprogramm eingeteilt ist.
 
  Das alles ist überaus spannend geschildert, es gibt Tote zuhauf, die nicht zuletzt der Polizeibürokratie zu schaffen machen.
 
  Ben Sanders, 1989 im neuseeländischen Auckland geboren, versteht es meisterhaft, mit wenigen Sätzen Stimmungen herzuzaubern, die einen nicht mehr so schnell loslassen.
 „Im Norden die Berge. Sie erinnerten ihn daran, wie riesig die Welt war und dass keine Herausforderung einzigartig war. Irgendwo da draussen unter Milliarden von Menschen hatte jemand im selben Moment das gleiche Problem wie er. Er wartete.“
 
 Fazit: Ein Thriller, der einem ganz viele „thrills“ verschafft.
 
 PS: Weitere Bände mit Marshall Grade sollen folgen. Man darf gespannt sein. Auch darauf, wie der Autor diesen Charakter weiter entwickelt, den er von sich sagen lässt. „Ich bin kein Teil der Gesellschaft. Ob das Land von Demokraten oder Republikanern regiert wird, betrifft mich nicht.“

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